Pkw krachte gegen Traisentalbahn. Autolenker kollidierte seitlich mit Zuggarnitur. Strecke musste vorübergehend gesperrt werden.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 01. August 2020 (20:11)

Ein schwerer Unfall ereignete sich am Samstagabend in St. Georgen. Ein Pkw-Lenker kollidierte beim Übersetzen des unbeschrankten Bahnübergangs bei der Koschatgasse seitlich mit der Traisentalbahn. Das Auto wurde dabei völlig demoliert, auch der ÖBB-Waggon wurde seitlich stark beschädigt.

Der 27-jährige St. Pöltner kam nach ersten Angaben der Landespolizeidirektion relativ glimpflich davon. „Der herbeigerufene Notarzthubschrauber konnte abbestellt werden, der Mann wurde mit dem Rettungsdienst ins Universitätsklinikum St. Pölten gebracht“, schildert Polizeisprecher Johann Baumschlager auf NÖN-Anfrage. Trotz lebensgefährlichen Unfalls konnte der Lenker konnte noch eigenständig das Fahrzeug verlassen.

Laut Unfallerhebungen war der Mann auf der B 20 in Richtung St. Pölten unterwegs gewesen und hatte beim Einbiegen in Richtung Ganzendorf sichtlich das Rotlicht am Bahnübergang übersehen und querte diesen. Dabei kollidierte er seitlich mit dem Triebwagen. „Unsere Lichtanlage hat einwandfrei funktioniert“, informiert ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Der Zug war in Richtung St. Pölten unterwegs gewesen und mit 26 Personen besetzt. Diese wurden mit einem Bus weiter befördert.

Der derzeit wegen der laufenden Bauarbeiten auf dieser Strecke bestehende Schienenersatzverkehr wurde vorübergehend bis Spratzern verlängert. Andere Personen kamen nicht zu Schaden. Ein am Lenker und Triebwagenführer durchgeführter Alkotest verlief negativ.

Im Einsatz standen die Feuerwehren St. Pölten-St. Georgen, Wilhelmsburg und St. Pölten-Stadt. Durch den Zusammenstoß wurde der Dieseltank des Triebwagens beschädigt. Es floss eine nicht unerhebliche Menge Diesel auf den Gleiskörper, der am Bahndamm versickerte. Die Feuerwehr errichtete ein Auffangbecken, der auf den Bahndamm ausgeflossene Diesel konnte teils mit Bindemittel gesichert werden. Der Magistrat St. Pölten entschied Probebohrungen durchzuführen, um den Grad der Verschmutzung des Erdreichs festzustellen