Vereinen gehen Turnhallen aus. Vereine beklagen fehlende Kapazitäten. Das Wegfallen der Gym-Turnsäle macht Platznot noch größer.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 27. November 2018 (04:32)
Modernste Ausstattung und Räumlichkeiten finden Vereine im Sport.Zentrum.NÖ
Röhrer, Röhrer

Die St. Pöltner wollen sich bewegen. Das zeigt die Anzahl von 150 Sportvereinen in der Stadt. Um Ballspiele oder Kampfsportarten trainieren zu können, braucht es aber Platz. Und der ist, wie einige Vereinsobleute beklagen, gar nicht so leicht zu bekommen. „Es wird schwieriger, Hallen für Kurse zu finden“, erzählt etwa Sportunion-Präsident Karl Preiss. St. Pölten sei gewachsen und so auch die Zahl an Vereinen. Dazu fehle nun die Infrastruktur. Die Hallen seien ausgelastet.

Das bestätigt auch die Stadt. Diese stellt 18 Turnsäle in Volks- und Neuen Mittelschulen an den Wochentagen von 17 bis 21 Uhr kostenlos zur Verfügung. Gerade für neue oder kleinere Vereine sei es aber schwierig, dort eine freie Stunde zu ergattern, meinen die Vereinsobleute. „Wir haben für unsere Nachwuchs-Mannschaften nichts gefunden“, bestätigt UBC-Obmann Alfred Muschik. Das Problem seien aus seiner Sicht festgefahrene Strukturen bei den großen Dachverbänden. „Viele Vereine sperren die Hallen und nutzen sie gar nicht“, ärgert sich Muschik.

Fehlende Strukturen als Problem

Gemietet werden von Vereinen deshalb auch die Sportanlagen der Höheren Schulen. „Einige Direktoren wollen sie aber gar nicht mehr hergeben, weil natürlich nicht alle Clubs immer darauf aufgepasst haben“, weiß Muschik. Vor allem eine wichtige Einrichtung, das Gymnasium Josefstraße, fällt seit Monaten weg: „Die Probleme haben für viele mit dem Umbau begonnen. Alle, die dort trainiert haben, mussten sich etwas Neues suchen“, erklärt Preiss.

Mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen. Erleichterung ist aber keine in Sicht: „Die Vermietung der Halle wird sich stark reduzieren. Wir werden sie nur mehr für einzelne Events anbieten können“, kündigt Direktorin Silvia Klimek an. Sie verstehe den Bedarf der Vereine, müsse aber auf die Schule schauen. „Wir turnen quasi rund um die Uhr.“ Danach muss die Halle geputzt werden, und das sei ohne Nachtzuschlag nur bis 20.30 Uhr möglich.

„Um das Angebot auszuweiten, müssten neue Hallen gebaut werden"

Alternativen sieht man in der Stadt momentan keine. „Um das Angebot auszuweiten, müssten neue Hallen gebaut werden. Das ist bei einem Preis von zehn Millionen Euro aber einfach nicht zu stemmen“, meint Martin Koutny vom Medienservice. Beste Bedingungen will die Stadt den Vereinen trotzdem bieten. Deshalb beteiligte sie sich am Ausbau des Sport.Zentrum.NÖ. Zudem werden Events wie das Wednesday-Workout am Rathausplatz geschaffen. „Die Stadt versucht zu helfen, wo‘s geht. Man kann eben auch keine Hallen herzaubern“, so Muschik.