Buntes Leben statt freier Fläche. Erfolgreiches Leerstand-Management bringt Künstler, Kunsthandwerk, Kinder und neue Branchen in die Innenstadt.

Von Beate Steiner. Erstellt am 05. Dezember 2019 (03:57)

Unermüdlich auf der Suche nach neuen Interessenten für Leerstände in der Innenstadt ist Lukas Stefan, Ansprechpartner für Mieter und Vermieter im Magistrat. Der Immobilienprofi ist überzeugt vom Leerstand-Management durch Popup-Stores, denn „Popup-Stores sind auch eine Plattform, wo jemand, der eine Idee hat, sich ausprobieren kann.“

Damit hängt zusammen, dass in der Altstadt beinahe wöchentlich Geschäfte aufpoppen. Zum Beispiel ein Spielplatz in der Wiener Straße 15. „Da hat es ganz schön gewurlt“, freut sich Elisabeth Pöcksteiner vom Verein Glanz.Stücke. Der ist mit einem Kindertheaterstück zu Gast im Cinema Paradiso. Im Spielplatz-Popup wurden mit Unterstützung von Bühnenbildnerin Dimana Lateva die Kulissen gebaut – die Materialien, stellte die Firma Nadlinger zur Verfügung.

Gegenüber, in der Wiener Straße 6-8, präsentieren und verkaufen Studierende und Alumni der NDU in ihrer Art Gallery ihre Arbeiten unter dem Motto „Eine Reise an den Rand der Kunst“. Sie haben viele Geschenke parat: Illustrationen, Comics, Schälchen, Vasen, Kerzenständer, aber auch vegane DIY-Taschen. Etwas ganz Besonderes ist das Weihnachtsgeschenk der Masterstudierenden von „Entrepreneurship & Innovation“: Geschenkboxen, deren Erlös an ein Kinderhospiz geht.

In der Kremser Gasse 11 findet sich die „Ur-Mutter“ der heimischen Popup-Stores, das Laden-Fenster. Dort zeigt Andreas Trescher, was er in seinem Hauptgeschäft in St. Georgen für Wintersportler zu bieten hat.

Künstler und Laden-Fenster-Vormieter Franz X. Ehrl ist gegenüber eingezogen. Bis Weihnachten bietet er „leistbare Kunst, Spielzeug und Geschenke“ in einer Galeria mobile an.

„Es ist schön, wenn leere Schaufenster zu Weihnachten bunt sind und Künstler dabei noch unterstützt werden“, freut sich Apotheker und Hauseigentümer Andreas Gentzsch über die Belebung der Innenstadt durch die temporären Shops. Alice Unterberger, Eigentümerin des „Laden-Fenster-Hauses“ pflichtet bei: „Es kommt gut an, wenn das Geschäft nicht leer ist, es funktioniert bestens — und es schaut besser aus.“