Positive Bilanz für Baurechtsaktion. Kommende Woche findet die 10. notarielle Verlosung innerhalb der städtischen Baurechtsaktion statt. Bis dato konnte so fast 300 Familien die Möglichkeit geboten werden, kostengünstig in St. Pölten sesshaft zu werden. Nicht das einzige, was die Stadt für ihre „Häuslbauer“ tut…

Erstellt am 26. Juli 2013 (12:36)
Bianca Strohmayer und Tochter Pia freuen sich schon auf die neuen Nachbarn in Ratzersdorf. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Wolfgang Schiffmann und Christoph Schwarz vom städtischen Grundstücksmanagement haben einen Plan, wie es weitergehen soll. Foto: mss/Vorlaufer
NOEN, mss/Vorlaufer
Das Land Niederösterreich führt seit Jahren Baurechtsaktionen durch, von denen St. Pölten jedoch ausdrücklich ausgenommen wurde. Aus diesem Grund fasste die Landeshauptstadt 2001 den Beschluss, für die St. Pöltner Bürgerinnen und Bürger und Zuzugswillige die Möglichkeit zu bieten, auf diese Weise den Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können.

Stadteigene Grundstücke in der Größe von rund 700 Quadratmeter werden auf 99 Jahre gegen einen jährlichen Baurechtszins in der Höhe von 1 % der Anschaffungskosten zur Verfügung gestellt.
 
Geschichte der Baurechtsgrundvergabe

In der Katastralgemeinde Ratzersdorf wurden 2001 141 Bauparzellen in der Nähe des Badesees in zwei Abschnitten vergeben. Auf Grund der Nachfrage konnten 2003 weitere 31 Parzellen, diesmal an der Zwischenbrunner Straße, Bewerbern zugesprochen werden.

Die Anregungen aus der Bevölkerung, auch in anderen Stadtteilen Baurechtsaktionen durchzuführen, wurden erstmals 2005 mit der Aufschließung und Vergabe von 17 Parzellen in Unterradlberg aufgegriffen.
Durch eine Grundtransaktion konnten 2006 13 Parzellen in Pottenbrunn mit der 5. Aktion folgen.

Auch in Ratzersdorf wurden 2006 mit der 6. Aktion wieder 19 Parzellen, mit der 7. Aktion 2008 in Spratzern weitere 8 Parzellen, 2009 mit der 8. Aktion in St. Georgen-Hart 16 Parzellen und 2010 mit der 9. Aktion in Ratzersdorf 34 Parzellen vergeben.

Mit der 10. Aktion sollen nun Ratzersdorf 29 neue Baurechtsgründe aufgeschlossen werden.
 
Für wen sind die Baurechtsgründe?

Gemäß den Richtlinien können nur Jungehepaare und Familien bis zu einer gewissen Altersgrenze, die auch noch eine Reihe von Auflagen erfüllen müssen, in den Genuss der Förderung kommen.

Als förderungswürdig gelten z.B. Jungfamilien(Familien und Einzelpersonen jeweils unter 40 Jahren mit mindestens einem zum Haushalt gehörenden versorgungsberechtigten Kind), Jungehepaare(das sind Ehepaare unter 35 Jahren; auch Personen in Lebensgemeinschaften) oder Familien mit zwei oder mehr Kindern, für die Familienbeihilfe bezogen wird.

Die Förderungswürdigkeit ist überdies nur dann gegeben, wenn das jährliche Nettoeinkommen der Familie die Einkommensgrenzen für begünstigte Personen nach den Bestimmungen der Wohnbauförderung in der jeweils geltenden Fassung nicht überschreitet.
 
Die Bauherrenmappe – ein umfassendes Service

Abgesehen von der Ersparnis des Grundkaufs haben die Baurechtsgründe für die Familien noch einen weiteren Vorteil: Die Aufschließung der Grundstücke ist schon vorausgeplant, so dass sich die künftigen Bauherrn nur mehr an die Kontaktpersonen wenden müssen.

Die Stabstelle für Zukunftsentwicklung, Wirtschaft und Marketing hat eine Bauherrenmappe gestaltet, in welcher alle wichtigen Informationen und Ansprechpersonen für Wasser, Kanal, Strom, Gas und Behörden übersichtlich zusammengefasst sind. Weiters finden sich darin wichtig Tipps und Hilfestellungen.
 
Auch das Wohnen in der Innenstadt wird gefördert

„Neben den Baurechtsgründen ist die Förderung für die Schaffung und Sanierung von Wohnflächen in der Innenstadt sowohl für Hauseigentümer als auch Mieter eine überaus fruchtbare Methode zur Wohnraumschaffung“, weiß Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.

Der nicht rückzahlbare Investitionszuschuss beträgt hier 2 % der Investitionskosten für die Dauer von 3 Jahren. Mit einem monatlicher Mietzuschuss im Ausmaß von 1 Euro pro Quadratmeter auf die Dauer von 3 Jahren soll für die Mieter ein Anreiz geschaffen werden, sich in der Innenstadt anzusiedeln. Derzeit wurden gesamt 14 Projekte gefördert und dabei 92 Wohnungen bewilligt. Vier weitere Immobilienbesitzer werden in der Innenstadt Wohnflächen sanieren und ausbauen, um in absehbarer Zeit zusätzliche attraktive Wohnräume zukünftigen Mietern anbieten zu können.
 
Ausblick mit Visionsprozess 2020

Sowohl die Innenstadt-Förderung als auch die Baurechtsaktion sollen in den nächsten Jahren fortgeführt werden.
Um auch in Zukunft Baugründe für Bürgerinnen und Bürger zu sichern, werden laufend Grundstückstransaktionen durchgeführt. So wurden alleine im vergangenen Jahr Grundstücke in einer Gesamtgröße von fast 7.000 Quadratmeter Bauland im Kerngebiet und 12.000 Quadratmeter Bauland im Wohngebiet von der Stadt angekauft.

„Der Masterplan und der Visionsprozess 2020 zeigen einen klaren Schwerpunkt auf, und zwar in der Steigerung der Wohnbevölkerung im und um das Zentrum“, so Bürgermeister Mag. Matthias Stadler.