St. Pöltner Wirte kämpfen gegen fatale Corona-Folgen. St. Pöltner Gastronomen machten mit einer Aktion auf die missliche Lage ihrer Unternehmen aufmerksam.

Von Beate Steiner. Erstellt am 19. Januar 2021 (18:00)
St. Pöltens Gastronomen fordern von der Regierung praktikablere Lösungen, damit sie den monatelangen Lockdown überleben. Jacqueline Piridaus (Vierte von links) trug die „Kerze der Hoffnung“.
Max Steiner

Nix wird‘s mit dem Aufsperren der Wirtshäuser in der letzten Jännerwoche. Das lässt viele Gastronomen verzweifeln. Auch zahlreiche St. Pöltner Wirte stimmten in den bundesweiten Ruf mit ein und machten Montagmittag auf ihre prekäre Situation aufmerksam. Vor vielen Lokalen flackerten Grabkerzen – als Synonym fürs befürchtete kommende Wirtshaussterben.

„Wir müssen schauen, dass wir überleben. Es ist 5 vor 12“, erklärte gastro.stp-Obmann Georg Loichtl. Die jetzt angekündigten viel zu komplizierten und verwirrenden Maßnahmen der Regierung würden viele Gastro-Unternehmen in den Ruin treiben. „Es ist klar, dass in der Pandemie-Situation jeder seinen Beitrag leisten muss, aber die Betriebe aushungern geht nicht“, konkretisiert Loichtl.

„Wir müssen schauen, dass wir überleben. Es ist 5 vor 12.“ Georg Loichtl, Obmann gastro.stp

Zudem würden während des langen Lockdowns die – in der Gastronomie ohnedies raren – „wertvollen Mitarbeiter“ davonlaufen, bestätigt Wirtin Daniela Pottendorfer, die die „5-vor-12-Initiative“ in St. Pölten organisiert hat.

Ihre Forderungen haben die Gastronomen statt der Speisekarte auf eine Tafel geschrieben: „Gerechter Umsatzersatz auch im Jänner und Februar statt Ausfallbonus“ steht da, und „Umsatzersatz November-Dezember“. Denn zahlreiche Gastronomen hätten die von der Regierung versprochenen Zahlungen noch nicht erhalten.

Wirtschaftskammer-Bezirksstellenobmann Mario Burger versteht die Sorgen der Wirte: „Rasche Auszahlungen sind essenziell. Auch wir sehen darin einen Optimierungsbedarf.“ Allerdings könnten bei Hilfestellungen nur angegebene Gewinne und Umsätze berücksichtigt werden, so Burger. „Zudem ist festzuhalten, dass die marktwirtschaftlichen Prinzipien auch in der Krise nicht außer Kraft gesetzt sind und die Besten und Konsequentesten gestärkt daraus hervorgehen werden.“

Als VP-Gemeinderat will sich Burger für eine verstärkte Unterstützung der Gastronomie auf Stadtebene einsetzen.

Bürgermeister Matthias Stadler verspricht ebenfalls Unterstützung, „wo es uns möglich ist.“ Im Sommer verzichtete die Stadt beispielsweise auf die Schanigartengebühr. „Und sobald es die Verordnung erlaubt, werden die Winterschanigärten aufsperren können“, versichert Stadler. Nach jetzigem Wissensstand werden die ersten Biere im Schanigarten frühestens im März serviert.