Versuchter Raub auf St. Pöltner Tankstelle: Täter vor Gericht

Erstellt am 27. Juni 2022 | 17:50
Lesezeit: 3 Min
Tankstelle Symbolbild
Symbolbild
Foto: Trong Nguyen, Shutterstock.com
Im März versuchte ein 25-Jähriger die BP-Tankstelle Matzinger auf der Mariazeller Straße auszurauben. Nun gab der Angeklagte vor Gericht an, aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht zurechnungsfähig gewesen zu sein.
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Am Abend des 21. März diesen Jahres soll sich der 25-jährige Angeklagte von seinem Hotelzimmer zur BP-Tankstelle auf der Mariazeller Straße aufgemacht haben. Zuvor habe er dort mit einem Freund  Cannabis, Kokain und Meth konsumiert. Nachdem sein Freund das Hotel verlassen hatte, gab der Angeklagte an, dass ihm langweilig wurde und er deswegen zur Tankstelle ging.

Erst am Weg dorthin soll er sich überlegt haben, dass er die Tankstelle ausrauben will. Dort angekommen soll er seine rechte Hand in seinen Pullover gesteckt haben, um damit eine Waffe zu imitieren. Dann ging er direkt auf die Kassa zu.

An der Kassa standen zwei Angestellte, die gerade ihren Schichtwechsel abwickelten. Er soll sie auf das Geld, das sie gerade zählten, angesprochen haben. Die zwei Zeugen weigerten sich sofort ihm Geld zu geben. "Aus irgendeinen Grund habe ich ihn nicht Ernst genommen", so einer der Zeugen. 

"In mehreren Schritten und überlegt gehandelt"

Danach soll der Angeklagte versucht haben, nach dem Geld zu greifen, einer der Zeugen reagierte allerdings schnell und schloss die Kassenlade. Daraufhin soll der 25-Jährige sich umgedreht und die Tankstelle verlassen haben. Beide Zeugen gaben an, dass er sich am Weg hinaus noch einmal umdrehte und ihnen drohte, dass er wiederkommen und sie umbringen würde.

Vor der Richterin meinte der Angeklagte, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Grund dafür wären sein Drogenkonsum und seine bipolare Störung. Bei der Einvernahme der Polizei konnte er allerdings noch den genauen Sachverhalt schildern. Auch ein psychologischer Sachverständiger meinte, er habe offensichtlich "überlegt und in mehreren Schritten gehandelt".

Wie sich herausstellte, hat der 25-Jährige schon mehrere Vorstrafen und Aufenthalte in Psychiatrien hinter sich. Erst drei Tage vor der Tat soll er aus einer Psychiatrie in Favoriten entlassen worden sein. Grund für seinen Aufenthalt war eine manische Episode im Wiener Prater, bei der er leicht bekleidet vorm Schweizer Haus ein Rettungsauto attackiert haben soll.

Trotz Drogen und psychischer Krankheit zurechnungsfähig

Auch ein paar Wochen vor dem Vorfall begab sich der Angeklagte angeblich auf eine Reise nach Kolumbien, was gegen seine Bewährung verstieß, und wurde dort in eine Psychiatrie eingewiesen.

Ein gerichtlicher Sachverständiger gab jedoch nach einem Gutachten an, dass der junge Mann bei der Tat sehr wohl zurechnungsfähig war. Laut den Zeugen verhielt sich der Angeklagte sehr ruhig und handelte überlegt. Das weise, laut Sachverständiger, daraufhin, dass keine manische Episode vorliege. Trotzdem wäre der 25-Jährige eine Gefahr für die Öffentlichkeit und sollte in eine Anstalt eingewiesen werden.

Letztendlich wurde der 25-Jährige zu zwei Jahren Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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