Impfen läuft vor Ort, bis dahin aber Hürden. PVZ St. Pölten impfte am ersten Samstag 257 Menschen über 80. Einige kamen aber wegen Tücken mit der Technik umsonst.

Von Nadja Straubinger und Alex Erber. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:10)
Die Impfungen im Primärversorgungszentrum St. Pölten liefen bisher reibungslos ab.
PVZ St.Pölten/ Julia Marouschek-Schwarz

Nicht immer einfach ist der Weg für die über 80-Jährigen zur Covid-Impfung, wie schon die Reaktionen nach der ersten Anmeldung in der Vorwoche zeigten. Ist die aber geschafft, klappt es mit dem Piks gegen Corona, zieht man zumindest im Primärversorgungszentrum St. Pölten eine positive Bilanz nach der ersten Impfwoche. Bis zu 1.000 Immunisierungen sind dort bald möglich. „Es ist überraschend gut gelaufen. Es war schön zu sehen, wie gut die Generation 80+ vorbereitet ist“, sagt Rafael Pichler. Viele hätten ihre Kinder oder Enkerl zur Unterstützung mitgebracht. Alle nötigen Unterlagen wie E-Card, Registrierung und Revers waren dabei und so habe es laut Pichler keine Probleme mit den Daten gegeben. 257 Personen wurden am Samstag in acht Stunden geimpft.

Probleme gibt es nur mit der Registrierung. „Einige Mails sind bei uns eingegangen, wo der Prozess zur Anmeldung abgebrochen wurde. Diese Leute kommen dann mit einem Ausdruck und sind enttäuscht, wenn wir keine Impfdosis für sie haben“, weiß Pichler. Auch am Telefon habe schon so mancher seinen Frust abgeladen. „Das sind aber nur wenige“, betont der Allgemeinmediziner.

Mediziner wusste nichts von Anmeldung

So ist es auch einer pensionierten Herzogenburger Mittelschullehrerin mit dem vermeintlichen Termin für ihren fast 99 Jahre alten Vater im Norden St. Pöltens ergangen.

Als die Tochter nach der Anmeldung im Internet zur Corona-Schutzimpfung die Mail zur Bestätigung der E-Mailadresse erhielt, die als Bestätigung des vorher angezeigten Termins beim praktischen Arzt Friedrich Kaiblinger in Pottenbrunn gedeutet wurde, war die Freude groß, dass es gleich beim ersten Anlauf geklappt hat. Doch die Freude währte nicht allzu lange. Vom Roten Kreuz ist der ehemalige Schuldirektor Rudolf Stumreich am Dienstag der Vorwoche in die Ordination nach Pottenbrunn gebracht worden. Dort reagierte man erstaunt: Der Mediziner wusste nichts von einer Buchung, für den 98-Jährigen stand kein Impfstoff zur Verfügung. Also wurde der Patient ohne Impfung wieder nach Hause gebracht.

Als die Tochter bei Notruf 144 intervenierte, wurde ihr erklärt, dass sich wohl ein organisatorischer Fehler eingeschlichen habe. Man solle es beim nächsten Mal wieder probieren. Pressesprecher Stefan Spielbichler von Notruf 144: „Wir haben die Dame per E-Mail angewiesen, wie sie das machen kann. Die Buchungsbestätigung per Mail muss immer die beiden Impfanmeldungen und einen Aufklärungsbogen enthalten. Dann ist die Buchung auch bestätigt.“

Bei der nächsten Anmelde-Gelegenheit bekam Rudolf Stumreich einen neuen Termin, diesmal bei Arzt Lothar Fiedler in St. Pölten. Diesmal erkundigte sich die Tochter telefonisch, ob alles in Ordnung sei. Und siehe da: Auch bei Lothar Fiedler ging keine Buchung ein. Wie ist so etwas möglich? Stefan Spielbichler: „Wir vermuten, die Dame dürfte leider beide Male nicht auf ,Verbindlich buchen‘ geklickt haben, ansonsten wäre sie wie 45.000 andere Personen im System gebucht gewesen.“

Impftermin bestätigt, aber nicht in der Nähe

Mit Problemen anderer Art kämpft Gemeinderat Max Wallner bei der Impfanmeldung für seine Tante. Zuerst wählte er die Option für eine Impfung in der Heimatgemeinde. „Da hatten wir keine Chance. Deshalb versuchten wir es in der nächsten Woche mit einer Impfung in der Umgebung“, so Wallner. Die Anmeldung hat geklappt, allerdings muss die Tante nun in das fast 90 Kilometer entfernte Ludweis. Für Wallner bedeutet das nun zwei Tage zusätzlichen Urlaub, um die 87-Jährige ins Waldviertel zu führen.