Schaubach: Cremeschnitten und Eis in der Quarantäne. Bürgermeister Günter Schaubauch ist im Homeoffice im Dauereinsatz, wird aber von Familie und Freunden kulinarisch verwöhnt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 20. März 2020 (17:23)
Bürgermeister Günter Schaubach wird in der freiwilligen Quarantäne, die sich für ihn sehr arbeitsreich gestaltet, mit Köstlichkeiten verwöhnt.
privat/Schaubach

Dass Quarantäne nicht zwingend zum Lagerkoller führen muss, das weiß Pyhras Bürgermeister Günter Schaubach. Seit einer Woche befindet er sich nun in freiwilligem „Hausarrest“ auf seinem Firmensitz in Böheimkirchen.

Die NÖN berichtete (siehe auch hier) : Schaubach hat seinen Skiurlaub in St. Anton am Arlberg (Tirol) vorzeitig abgebrochen, als er erfuhr, dass Tirol unter Quarantäne gestellt wird. Sofort reiste er mit seinem Begleiter, geschäftsführendem Gemeinderat Alois Strobl, ab.

Langweilig ist ihm in den vergangenen Tagen in der Quarantäne keineswegs geworden, im Gegenteil: So viel Arbeit gab es für den IT-Experten schon lange nicht und auch hierfür ist der Grund die Corona-Krise.

Ortschef Günter Schaubach ist froh - trotz Tirol-Aufenthalts – bislang gesund zu sein – und nimmt den „Büroarrest“ gelassen. Gut gelaunt, stellt er fest: „Beim nächsten Mal bleibe ich vielleicht in der Skischaukel Perschenegg. Fotos: privat/Schaubach
privat/Schaubach

„Ich setze hunderte Laptops für die Mitarbeiter der diversen Ministerien auf, da diese nun auch Homeoffice machen müssen“, erzählt er. Er sei zwar durchgehend in seinem Büro kaserniert, die fertig installierten Neugeräte werden dann aus dem Lager von seinen Mitarbeitern abgeholt und zugestellt. Berührungspunkte mit diesen gibt es dadurch nicht.

Dennoch ist das Gemeindeoberhaupt nicht völlig auf sich allein gestellt. „So verwöhnt worden, bin ich schon lange nicht“, schmunzelt er und zählt auf: „Ich bekomme von meiner Familie, Freunden und Gemeinderäten  laufend Essen, von Frühstückssackerln, über Cremeschnitten bis hin zu Eis.“  Dabei hofft er, dass er nicht zu viel an Gewicht zulegt. „Sonst muss ich das Laufband, das ich bei mir im Büro habe, nutzen“, kündigt er an.

Die Gemeindetätigkeit als Bürgermeister nimmt er auch, so weit als möglich, von seinem Büro aus wahr, die Bürger müssten sich daher um die Amtsgeschäfte keine Sorgen machen. „Außerdem erledigen den Rest Vizebürgermeisterin Mag. Erika Zeh und die Amtsleitung vom Rathaus aus.“

Aus der Gemeindestube weiß er, dass sich die Bürger von Pyhra bemühen, den behördlichen Vorgaben aufgrund von COVID-19 nachzukommen, bis auf einige wenige. „Es gehen leider noch immer zu viele ältere Personen einkaufen“, gibt er zu bedenken.

Doch auch hier hat die Gemeinde mit vielen Freiwilligen ein perfektes Angebot geschaffen. „Diese übernehmen den Einkaufsdienst. Das läuft über Lieferschein in Zusammenarbeit mit unserem ADEG-Markt. Wir strecken seitens der Gemeinde die Kosten für den Einkauf vor und verrechnen es im Nachhinein. So haben die Helfer keinen Bargeldkontakt und es kann zu keinen etwaigen Manipulationen kommen.“

Die nächsten Tage werden sich für Schaubach voraussichtlich wieder arbeitsreich gestalten, mit kommendem Freitag ist seine freiwillige 14-tägige Quarantäne beendet. „Nachdem ja alles so gut läuft, vielleicht verlängere ich die Quarantäne ja noch“, lacht Schaubach und dankt allen seinen Helfern.