Ein Ostergericht wie anno dazumal. Der Verzehr von Lammfleisch ist eine uralte Tradition, die Iris und Josef Wanger mit ihrer Schafzucht in Pyhra wieder aufleben lassen.

Von Lukas Kalteis. Erstellt am 02. April 2021 (04:27)
Iris und Josef Wanger züchten seit 2018 auf ihrem Bauernhof in Reichgrüben Schafe. Besonders zu Ostern kehrt das Lammfleisch häufig wieder als Spezialität zurück auf den Festtagstisch.
privat, privat

Neben dem Hasen und dem bunten Ei fristet das Lamm heute eher ein Schattendasein als Symbol der Osterzeit. Dabei hat gerade das Lamm eine deutlich ältere Tradition und spielt sowohl im Christentum als auch im Judentum eine zentrale Rolle. „Das Lammfleisch kehrte aber in den letzten Jahren häufig zurück auf den Festtagstisch oder den Griller“, so Josef Wanger, der gemeinsam mit seiner Frau Iris auf einem Hof in Reichgrüben Schafe züchtet.

Ursprünglich sollten nur 20 Schafe den steilen Hang hinter dem Hof abfressen, doch was als flauschiger Rasenmäherersatz gedacht war, wurde ab 2018 zum Nebenerwerb und zu einer wahren Herzensangelegenheit für das junge Paar. Heute leben auf der Anlage 55 Mutterschafe mit circa 40 Lämmern, die den Sommer weiterhin auf der Weide am Steilhang verbringen. Die Lämmer sind bei der Schlachtung maximal ein halbes Jahr alt, dadurch bleibt ihr Fleisch besonders zart und fein.

„Da das Tierwohl und die Freude am Arbeiten mit den Tieren für uns an oberster Stelle steht, soll die Zucht auch weiterhin ein Hobby bleiben"

„Das Schlachten übernimmt ein Fleischhauer. Das würde ich ohnehin nicht übers Herz bringen, denn oftmals ziehen wir die Lämmer selbst mit der Flasche auf“, blickt Josef Wanger auch wehmütig auf das bevorstehende Schicksal seiner Schützlinge. „Da das Tierwohl und die Freude am Arbeiten mit den Tieren für uns an oberster Stelle steht, soll die Zucht auch weiterhin ein Hobby bleiben. Mit Direktvermarktung haben wir keinen Druck vom Handel und können uns intensiver um die Tiere kümmern“, erklärt der Chef.

Das Lammfleisch wird direkt am Hof oder in den Regionalläden in Pyhra, Wagram und St. Georgen angeboten.