Duo beging Überfall in Haftpause. Während eines Haftausgangs überfielen zwei Polen eine Bank. Vor Gericht fassten sie achteinhalb und sechs Jahre Gefängnis aus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 21. Dezember 2018 (05:25)
Von May_Chanikran, Shutterstock.com
Symbolbild

„Hände hoch! Das ist ein Überfall“, forderte ein 47-jähriger Pole in einer Bank in Radlberg Bares. Gemeinsam mit einem Landsmann (32) überfiel er das Geldinstitut im Juli 2016 während eines Haftausgangs.

Am Landesgericht in St. Pölten sitzt das Duo nun wegen Verbrechens des Raubes vor einem Schöffensenat. Mit Sonnenbrillen und Kappen maskiert hatten die Kriminellen beim Überfall eine schwangere Bankangestellte bedroht und laut Staatsanwaltschaft rund 17.320 Euro erbeutet.

Bei dem Coup verpasste der 32-Jährige einem 74-Jährigen im Kunden-Safe-Raum mit der Softgun einen Schlag auf den Kopf. Der Pensionist erlitt eine Platzwunde an der Schläfe. Maskierung, Kleidung und Softguns entsorgten die Polen auf der Flucht bei einer Raststätte bei Stockerau und kehrten in ihrer Heimat ins Gefängnis zurück. Ausgeforscht wurde das Duo dann durch DNA-Treffer, Fotos aus Überwachungskameras und Zeugen.

Im Prozess sind beide geständig: „Wir waren zuhause im offenen Vollzug und haben im Gefängnis mit Drogen gehandelt. Wir haben mehr davon selbst verbraucht als verkauft. Unser Dealer wollte aber Geld und hat uns vorgeschlagen, in St. Pölten eine Bank zu überfallen, weil man hier bei der Flucht rasch auf der Autobahn ist“, erzählt der Ältere der Angeklagten.

Für die beiden Polen setzt es gesiebte Luft: Achteinhalb Jahre muss der massiv vorbestrafte 47-Jährige absitzen, sechs Jahre sein Komplize. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig. Sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwältin berufen.