In St. Pölten auf der Suche nach dem Falken. Raubvogel kommt im St. Pöltner Stadtgebiet öfter vor. Blicken lässt er sich aber nur sehr selten.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 28. August 2021 (05:54)
Raubvogel selten zu sehen - In St. Pölten auf der Suche nach dem Falken
In der Nähe des Rathauses fanden die Turmfalken in der Prandtauerkirche einige Brutstätten vor. Ein junger Turmfalke saß auf einer Dachgaupe des Karmeliterhofes. Foto: Michael Peter Leutgeb
Michael Peter Leutgeb

Um fünf Uhr nachmittags begibt er sich meist auf Jagd. Genau dann stößt der Turmfalke des St. Pöltner Doms einen spitzen Schrei aus und stürzt sich auf die Tauben. Die NÖN wollte dem Turmfalken auf die Schliche kommen und wagte sich unter die Spitze des St. Pöltner Domturms vor.

Dem Läuten entkommen und Hinweise erspähen

„Jetzt müssen wir schnell sein“, mahnt Martina Bender von der Diözese zur Eile am Fuße des Domturms.

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Unter der Spitze des Domturms blieb noch Zeit für ein Selfie mit Martina Bender und Martin Gruber.
Bender

Nur wenige Minuten bleiben, um dem ohrenbetäubenden Läuten der Christophorus-Glocke zu entkommen und dabei gleichzeitig Hinweise auf den Turmfalken zu erspähen. So bleibt nur wenig Zeit, sich die ehemalige Wohnung des Dom-Mesners anzuschauen.

Einen Stock darüber haben sich in die Mauern ehemalige Besucher des Domturms an der Wand verewigt. Darunter auch ein gewisser Josef Kowar 1995, der bekanntermaßen nun Dompfarrer ist.

Rasch geht es daran vorbei, hinauf über steile Leitern bis unter die Spitze des Domturms. Doch weit und breit kein Anzeichen des Turmfalken. Beim Abstieg dann doch ein kleines Erfolgserlebnis: In einem Nebentrakt liegt eine Feder auf dem Boden. Es handelt sich um eine Falkenfeder.

Brutstätte vom Rathaus in Prandtauerkirche

Turmfalken sind in St. Pölten keine Seltenheit. Im Rathaus gab es bis vor Kurzem ebenfalls welche. Aufgrund der Sanierung des Rathausturms wurden heuer die Brutkästen allerdings unzugänglich gemacht.

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Beim Abstieg ein erster Hinweis: Eine Feder wurde in einem Seitentrakt entdeckt.
Bender

„Natürlich ist es schade, aber die Turmfalken dürfen während der Brutzeit nicht gestört werden“, erklärt Ingrid Leutgeb-Born vom Referat Umweltschutz des Magistrats St. Pölten.

Diesbezüglich sei sie ständig in Kontakt mit einem Sachverständigen der Jagdbehörde geblieben. Lange mussten die Turmfalken heuer dennoch nicht nach einer Brutstätte suchen, denn schon im benachbarten Turm der Prandtauerkirche gibt es immer wieder brütende Turmfalken.

Aber auch im Norden St. Pöltens sind Turmfalken zu finden. Zuletzt wurde ein verletzter Vogel in Pottenbrunn entdeckt und der Obhut des St. Pöltner Tierschutzvereins übergeben. „Falco“ befindet sich auf dem Weg der Besserung und wird bald wieder ausgewildert.