Stadt St. Pölten bilanziert ausgeglichen. 190 Millionen Euro betrugen Einnahmen und Ausgaben St. Pöltens im Vorjahr.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 17. Juni 2019 (11:30)
Martin Gruber-Dorninger

Als „dynamisch“ bezeichnet Bürgermeister Matthias Stadler die Entwicklung der Landeshauptstadt bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses im Bürgermeisterzimmer. Das mache allerdings viele Investitionen notwendig und würde die Stadt auch vor große Herausforderungen stellen. Trotz allem bilanziert St. Pölten zum fünften Mal in Folge ausgeglichen.

Über 190 Millionen Euro Ausgaben stehen ebenso hohen Einnahmen gegenüber, davon rund 24 Millionen Euro im außerordentlichen Haushalt. „Auf den ersten Blick könnte man angesichts der guten Konjunkturlage durchaus sagen, das sei nichts Besonderes und daher selbstverständlich“, sagt Bürgermeister Stadler.

1,2 Millionen Euro in Saunacity investiert

6 Millionen Euro wurden alleine im vorigen Geschäftsjahr in den Straßenbau investiert, 1,2 Millionen Euro in die Saunacity, 500.000 Euro in die Park & Ride-Anlage. Für den Ausbau der Fachhochschule wurden bereits vier Millionen Euro in die notwendigen Planungen gesteckt, eine Million Euro in den Bau der Brücke in der Wolfenberger Straße. Die Kremser Gasse wurde um 700.000 Euro neu gepflastert, der Ausbau des VAZ um 4,4 Millionen Euro finanziert und in die Vorbereitung zur Neugestaltung des Domplatzes 1,4 Millionen Euro investiert.

Im Rechnungsabschluss sind auch Zuschüsse für die neue Bezirksstelle des Roten Kreuzes, für den Ausbau des Sportzentrums NÖ und die Mittel für die Bewerbung als Kulturhauptstadt berücksichtigt. All das würde den Unterschied von 11,2 Millionen Euro zwischen dem Rechnungsabschluss und dem Voranschlag erklären und, wie bereits erwähnt, „die Dynamik der Entwicklung der niederösterreichischen Landeshauptstadt verdeutlichen“, betont Stadler.

Durch den höheren Rechnungsabschluss konnten laut Bürgermeister knapp 9,4 Millionen Euro als Reserve zurückgelegt werden. „So haben wir ein finanzielles Polster für schlechtere Zeiten mit geringeren Steuereinnahmen und sinkender Konjunktur. Insofern ist das gute Ergebnis des Rechnungsabschlusses 2018 keine Selbstverständlichkeit“, zeigt sich Stadler zufrieden.

Der Schuldenstand betrug mit Ende 2018 etwa 115,5 Millionen Euro, dem Rücklagen von 60,8 Millionen Euro gegenüberstehen. Die Stadtgemeinde rechnet damit, dass sich die Schulden in nächster Zeit noch erhöhen werden, aufgrund vieler noch ausstehender und bereits beschlossener Projekte. Durch Tilgung der Darlehen (Krankenhaus und Raiffeisen Landesbank) im Jahr 2027, soll sich der Schuldenstand dann deutlich verringern.