Stockerhütte: Gemeinde Wilhelmsburg dehnt Klage aus

Erstellt am 30. Juni 2022 | 05:36
Lesezeit: 2 Min
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Bürgermeister Rudolf Ameisbichler mit der alten Legende für die Wanderwege von 1975. Unter Punkt 9 ist eingetragen: „Hst. Kreisbach – Rametzbergstrasse“, darunter „Stockerhütte Gehzeit 1 ½ Std.“
Foto: Moser
„Wanderwege in Wilhelmsburg sind über Jahrzehnte ersessen“, sagt Stadtoberhaupt Rudolf Ameisbichler.
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Die Rechtssache zwischen Stadtgemeinde und dem Landwirt-Ehepaar Schmalzl will kein Ende nehmen. Der Gemeinderat hat nun sogar eine Ausdehnung des Klagebegehrens beschlossen.

„Eine Legende für die Wanderwege aus dem Jahre 1975 zeigt, dass die Benützung des Weges auf die Stockerhütte, so wie die umliegenden Wanderwege, seit dieser Zeit ,ersessen‘ sind“, sagt Bürgermeister Rudolf Ameisbichler. „Diese Wege sind für die einheimische Bevölkerung wie auch den Tourismus von großer Bedeutung. Daher beschlossen wir eine Ausdehnung des Klagebegehrens.“

„Die Sache ist doch schon verfahren, ein Klagsmarathon mit vielen Kosten für die Gemeinde.“ Kritik von ÖVP-Gemeinderat Johannes Aigelsreiter

Die Wege hat der Wegwart der Naturfreunde benannt, gepflegt und markiert. Doch jetzt gab es gegen den Mann eine Anzeige. „Wir wollen ein rechtlich zugesichertes Geh- und Wegerecht für die Wanderwege“, betont das Stadtoberhaupt.

In der Gemeinderatssitzung sorgte der Tagespunkt für einige Diskussion. Ob die Ausdehnung des Klagebegehrens sinnführend sei, fragte sich ÖVP-Gemeinderat Johannes Aigelsreiter: „Die Sache ist doch schon verfahren, ein Klagsmarathon mit vielen Kosten für die Gemeinde. Wir sollten das besser beruhen lassen, nicht Jahr für Jahr aufrollen sowie den Wunsch der Familie Schmalzl respektieren.“

SPÖ-Gemeinderätin Elisabeth Heinberger entgegnete: „Es soll doch ein Miteinander in der Gesellschaft sein. Wenn jeder seinen Grund und Boden zumacht, wir nicht mehr in die Natur hinauskönnen, dann möchte ich nicht mehr leben auf dieser Welt.“

Bei der Abstimmung waren sechs von acht anwesenden ÖVP-Mandataren dagegen, die Stadträte Gert Dieterich und Florian Hink waren wie alle anderen Fraktionen dafür.

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