Stimmen zu Kurz-Abgang aus dem Bezirk St. Pölten: „Ist kein Rücktritt“

ÖVP und Grüne sind zuversichtlich, SPÖ und FPÖ üben herbe Kritik: Rückzug sei nur ein Positionswechsel.

Renate Hinterndorfer
Renate Hinterndorfer Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:03

Nach den Ereignissen der vergangenen Tage kam auch für die Politik im Bezirk der Schritt von Sebastian Kurz nicht ganz überraschend. „Es begrüßen alle, dass dieser Schritt getan wurde und Stabilität gewährleistet ist“, kommentiert etwa ÖVP-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch den Rücktritt.

Vielen tue es leid um Kurz, aber die Entscheidung sei richtig: „So kann gearbeitet werden“, sagt Michalitsch, der hofft, dass alle Parteien die Sacharbeit in den Vordergrund stellen.

„Ich bin froh, dass es eine Perspektive gibt.“ Elisabeth Götze, Grüne NR-Abgeordnete aus Eichgraben

Auch Elisabeth Götze, Nationalratsabgeordnete der Grünen, geht davon aus, dass die Zusammenarbeit mit der ÖVP in der neuen Konstellation funktioniert: „Ich bin froh, dass es eine Perspektive gibt, und zuversichtlich, dass wir für das Land gut weiterarbeiten können.“

Gerade in Zeiten der Corona-Krise brauche man eine stabile Regierung. Mit einem Bundeskanzler, gegen den so schwerwiegende Vorwürfe im Raum stehen, hätte man nicht weiterarbeiten können, so die Eichgrabenerin.

„Sebastian Kurz schadet mit Vorsatz dem Ansehen Österreichs.“Matthias Stadler, St. Pöltner Bürgermeister und SPÖ-Bezirksparteiobmann

Kritische Worte finden die Bezirksparteiobmänner Matthias Stadler (SPÖ) und Erich Königsberger (FPÖ). „Sebastian Kurz schadet mit Vorsatz dem Ansehen Österreichs“, so Stadler.

Der Wechsel in die Position des Klubobmanns sei kein Rücktritt, sondern ein „Rücktrick“, um weiterhin die Fäden in der Hand zu halten. „Ein Gesamtrücktritt wäre in Anbetracht der Situation gegeben gewesen“, sagt Stadler.

Ähnlich sieht das Königsberger. Kurz habe nur einen Positionswechsel vollzogen: „Er flüchtet in die Immunität. Sonst wird sich nichts ändern.“ Wenn Politikhygiene betrieben werden soll, müsse die ganze Riege rund um Kurz weg. „Denn ich glaub nicht, dass Schallenberg ein selbstbestimmter Kanzler ist“, sagt Königsberger.

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