Für Katastrophen gerüstet. 450 Feuerwehrleute probten Waldbrände, Stürme, Hochwasser und Chemie-Unfall.

Von Thomas Werth. Erstellt am 27. September 2018 (20:21)
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Auch auf der Zille waren die Florianis unterwegs, um auf der Traisen Verklausungen zu entfernen.

 „In Schweden und Griechenland waren sie stolz, dass sie 600 Einsatzkräfte bei den Waldbränden zur Verfügung hatten. Wir haben alleine bei uns im Bezirk 7.000“, schildert Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder stolz. Da die örtlichen Feuerwehren aber nicht jedes Unglück alleine bewältigen können, hat jeder Bezirk einen Katastrophenhilfsdienst. Verschiedene Einsatzszenarien übten die sechs Züge des St. Pöltner Bezirks am Samstag in St. Pölten. „Alle zwei Jahre findet diese Übung mit der vollen Einheitenstärke statt“, betont Schröder. 450 Feuerwehrleute beteiligten sich daran, um möglichst realitätsnah Katastrophen proben zu können.

Nach Pottenbrunn rückten zwei Züge aus, weil die örtlichen Einsatzkräfte mit einem Waldbrand infolge einer langen Dürreperiode zu kämpfen hatten. Mehrere hundert Meter lange Zubringleitungen mussten dazu zum Brand gelegt werden.

In Viehofen wurde eine 20-köpfige Wandergruppe bei einem Sturm von umgeknickten Bäumen verletzt. Die Opfer mussten teils mit Motorsägen aus ihrer Notlage befreit und dann den Sanitätern übergeben werden.

Die Traisen in Ochsenburg war der Schauplatz eines Hochwasser-Szenarios. Lang anhaltende Regenfälle führten zu Verklausungen, Brücken drohten weggerissen zu werden.

Um den Umgang mit Gefahrengut ging es am Kopal-Areal. Die Schutzanzugträger hatten es mit einem lecken Lkw und einer umgekippten Palette mit Säurebehältern zu tun.

Betreut, koordiniert und versorgt wurden die Einsatzkräfte von einer mobilen Funkleitstelle. Für den Bezirksfeuerwehrkommandanten zeigt nicht nur diese Übung, dass ein Waldbrandszenario wie in Schweden hierzulande nicht auftreten kann: „Dafür haben wir eine zu massive Anzahl an Kräften.“