AMS-Bilanz: Höchste Arbeistlosenquote seit 13 Jahren. Arbeitslosigkeit in der Region St. Pölten stieg im Jahresschnitt um knapp ein Drittel.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 19. Januar 2021 (17:55)
Symbolbild
APA (Pfarrhofer)

In Stadt und Bezirk St. Pölten waren im vergangenen Jahr im Schnitt 8.300 Personen ohne Job. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 29 Prozent. Ende Dezember waren 8.604 Menschen arbeitslos, 1.187 mehr als im Dezember 2019.

„Wir waren 2020 mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit quer durch alle Branchen und Berufsgruppen konfrontiert. Betroffen von Jobverlust waren Personen aller Altersgruppen, Jugendliche wie Ältere und Frauen ebenso wie Männer“, bilanziert der St. Pöltner AMS-Leiter Thomas Pop.

Frauen traf die Corona-Krise besonders stark. Bei ihnen stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent, während sie bei Männern um 26 Prozent zunahm. Im Schnitt hatten 777 Jugendliche keinen Job, rund 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit wuchs um 13 Prozent: Zum Jahresende suchten knapp über 1.400 Personen länger als ein Jahr nach einem Arbeitsplatz.

Die Arbeitslosenquote betrug im Vorjahr 9,5 Prozent und stieg somit um 1,9 Prozent. Es handelt sich dabei um die höchste Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2007. Gleichzeitig liegen Stadt und Bezirk damit im NÖ-Jahresdurchschnitt von 9,4 Prozent. In Wiener Neustadt lag die Arbeitslosenquote beispielsweise bei 11,6 Prozent, in Mödling bei 8,4 Prozent.

„Das Jahr 2020 hat den St. Pöltner Arbeitsmarkt mit all seinen Akteuren vor bisher nicht gekannte Herausforderungen gestellt, die es jetzt zu bewältigen gilt“, sagt Pop rückblickend. Für heuer rechnet das AMS allerdings mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dies hänge noch mit der Saisonarbeitslosigkeit zusammen. Darüber hinaus werden 2021 Betriebsschließungen und Insolvenzen erwartet.