AMS prognostiziert 2020 mehr Arbeitslose. Das abgelaufene Jahr brachte Höchstwert an Beschäftigten. Heuer könnte die Zahl der Jobsuchenden wieder steigen.

Von Erna Kazic. Erstellt am 11. Januar 2020 (06:05)
Symbolbild
APA (Pfarrhofer)

In Stadt und Bezirk St. Pölten waren im vergangenen Jahr 6.306 Personen im Jahresdurchschnitt ohne Job. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang der Erwerbsuntätigen um 2,6 Prozent, zieht das Arbeitsmarktservice St. Pölten für 2019 eine positive Bilanz. Die Arbeitslosenquote betrug 7,6 Prozent und sank damit um 0,3 Prozent. „Durch den Zuwachs um 1,5 Prozent oder 1.161 Beschäftigte erreichen wir mit insgesamt etwa 77.116 unselbstständig beschäftigten Personen einen neuen Höchstwert“, berichtet St. Pöltens AMS-Chef Thomas Pop.

Männer profitieren von der positiven Arbeitsmarktentwicklung stärker als Frauen. Bei den Männern ist 2019 die Arbeitslosigkeit um 4,6 Prozent gesunken, bei den Frauen lediglich um 0,1 Prozent.

Das dritte Jahr in Folge ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen zu senken, und zwar um 7,8 Prozent auf jahresdurchschnittlich ungefähr 568 Jugendliche. Positiv ist auch der Rückgang der Langzeitarbeitslosen im Jahr 2019: Das AMS verzeichnete 140 Personen weniger als im Jahr davor, die ein Jahr oder länger keinen Job ausgeübt haben. Das bedeutet einen Rückgang von 10 Prozent auf 1.260 Personen.

8.900 Personen ohne Job konnten 2019 ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden. 10.270 freie Stellen wurden mit einer passenden Arbeitskraft besetzt – ungefähr gleich viele wie im Jahr davor. „Wir haben gemeinsam mit den Sozialpartnern die immer noch große Arbeitskräftenachfrage der Wirtschaft genutzt, um unseren Vermittlungsaufgaben rasch und konsequent nachzukommen“, so Thomas Pop.

Arbeitskräftenachfrage soll 2020 sinken

Für heuer prognostiziert das AMS einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. 2020 werde die schwächer werdende Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen das zusätzliche Angebot an Arbeitskräften nicht mehr vollständig aufnehmen können. Pop rechnet damit, dass die Zahl der Jobsuchenden etwa auf 6.500 steigen wird.

„Die Arbeitslosenquote im Bezirk St. Pölten wird sich im kommenden Jahr auf dem derzeit niedrigen Niveau stabilisieren. Die Beschäftigtenzahlen werden trotz moderatem Wirtschaftswachstum steigen. Allerdings nicht mehr so deutlich wie 2019“, so die Prognose.

Der AMS-Chef ewartet dass jahresdurchschnittlich 84.000 Personen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Gegenüber 2019 würde das eine Steigerung um etwa 700 Arbeitskräfte bedeuten.