Betrüger geben sich als Polizisten aus. Täter geben sich als Polizisten aus, erzählen vom Autounfall eines Verwandten und ersuchen um Geld zum Bezahlen des Schadens.

Von Thomas Werth. Erstellt am 21. November 2018 (05:46)
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Mit immer neuen Einfällen versuchen Betrüger an das Geld ihrer Opfer zu kommen.

„Hier spricht die Polizei. Ihre Tochter hatte einen Autounfall.“ Mit diesen Worten meldeten sich in der vergangenen Woche Betrüger mehrfach bei Ober-Grafendorfern und St. Pöltnern. Alleine vergangenen Donnerstag gingen einige Anrufe besorgter Bürger bei der Polizei ein, die wissen wollten, ob der Anruf echt war. „Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher sein wird“, so Stadtpolizeikommandant-Stellvertreter Thomas Schlintl.

Mit dem Hinweis auf eine verunfallte Verwandte – es muss nicht immer die Tochter sein – lassen es die Betrüger natürlich nicht gut sein. Sie wollen auch in diesem Fall Geld. Funktionieren soll das mit dem Hinweis, dass der Verwandte schuld am Unfall sei und nun rasch Geld benötigt wird, um den Schaden zu bezahlen. „Die Opfer werden unter Druck gesetzt und sollen es gleich einem Betrüger bar in die Hand geben. Aber die Polizei würde niemals auf diese Art Geld verlangen“, versichert Schlintl.

„Die Polizei wird niemals telefonisch Geld verlangen.“ Thomas Schlintl, Stadtpolizeikommandant-Stellvertreter

Angerufen werden in erster Linie Pensionisten. Die Betrüger suchen sich dazu bewusst Personen aus, die einen heute nicht mehr so gebräuchlichen Vornamen besitzen, da sie glauben, bei ihnen mehr Erfolg zu haben. Bislang sind der Polizei noch keine Fälle bekannt, bei denen sie in der Region zu Geld kamen. Auch in Böheimkirchen, Kirchstetten und etwa in Gablitz gab es Meldungen über derartige Anrufe.