Kaum AMS-Kurse ab Jänner. Weil Budget noch fehlt, fürchtet Leiter Thomas Pop, dass Angebot stark eingeschränkt werden muss.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 16. August 2018 (05:54)
AMS-Leiter Thomas Pop hofft, dass bald das Budget für 2019 bekannt gegeben wird.
Kindler

Das Förderbudget für das Arbeitsmarktservice wird gekürzt, das hat die Regierung angekündigt. Wie viel die einzelnen AMS-Stellen bekommen, steht derzeit noch nicht fest, somit weiß auch das AMS St. Pölten nicht, wie viel Geldmittel ihm zur Verfügung stehen werden. „Das Budget war in den letzten Jahren immer gleich hoch. Normalerweise wissen wir schon Ende Juni bis Anfang Juli, mit welchem Betrag wir planen können“, sagt AMS-Leiter Thomas Pop.

Das große Problem, das entsteht, wenn keine Budgethöhe bekannt ist: Im ersten Quartal 2019 können voraussichtlich keine neuen Kurse angeboten werden. „Wir können nicht einfach einen Kurs kaufen, das benötigt eine gewisse Vorlaufzeit und Fristen sind einzuhalten. Oft sind internationale Ausschreibungen notwendig“, erklärt Pop. Möglich seien daher im ersten Quartal 2019 lediglich Deutschkurse sowie die Berufsorientierung. „Und Kurse, die über das Jahr hinaus dauern, gehen natürlich weiter, da sie schon bezahlt sind“, präzisiert der AMS-Leiter. Modulkurse sowie spezielle Teilzeit- und Vollzeitkurse für bestimmte Berufsgruppen könne man wahrscheinlich kaum anbieten. Neue Kurse könnten erst im zweiten Quartal 2019 starten. „Wir würden uns Klarheit und rasche Budgetzuweisung wünschen, um entsprechende Kursplanungen raschest durchführen zu können“, sagt Pop.

„Normalerweise wissen wir schon Ende Juni bis Anfang Juli, mit welchem Betrag wir planen können.“

Thomas Pop, AMS-Leiter

Was schon fix sei, ist, dass es auf jeden Fall im nächsten Jahr weniger Plätze geben wird, weil das Budget für 2019 geringer ausfallen wird. Für das Jahr 2018 hat das AMS St. Pölten 3.000 Kursplätze zur Verfügung. 1.300 für Jugendliche, 400 für Frauen sowie 1.300 für alle anderen Zielgruppen. Angeboten werden Berufsorientierungskurse, Kurse für Wiedereinsteiger, Kurse für Frauen in Handwerk und Technik, Kurse für Tourismusausbildungen, Kurse im Technikcenter des Wifi sowie Metall- und Elektroausbildungen.

Aus dem Sozialministerium heißt es, dass Ministerin Beate Hartinger-Klein Ende August eine Entscheidung treffen werde, wie hoch das AMS-Förderbudget für 2019 sein wird. Im AMS würden die eingespielten Prozesse laufen, der Verwaltungsrat werde im November beziehungsweise Dezember die endgültige Verteilung auf die Bundesländer beschließen. „Dadurch werden auch die Mittel für die jeweilige Zielerreichung festgelegt“, so die Erklärung aus dem Ministerium. Die Regionalstellen würden dadurch rechtzeitig orientiert sein, wie hoch ihr Förderbudget sei. Die Entscheidung werde rechtzeitig getroffen und das AMS sei in der Lage, diese dann entsprechend professionell umzusetzen.

Pop ist dennoch überzeugt, dass manche Kurse im ersten Quartal nicht angeboten werden können: „Die Vorlaufzeit ist einfach zu kurz.“

Den Kürzungen beim Arbeitsmarktservice fallen wahrscheinlich aber nicht nur zahlreiche Kurse zum Opfer, sondern auch die Sozialmarkt-Verkaufsmobile. Weil dem Trägerverein SAM NÖ die AMS-Förderung wegbricht, können die 30 Sozialmarkt-Haltestellen nicht mehr angefahren werden. Betroffen davon ist auch Ober-Grafendorf. Die Sozialmarkt-Standorte wie in St. Pölten will man mit der Förderung des Landes möglichst aufrecht erhalten. Als Beschäftigungsprojekt können diese aber nicht mehr geführt werden, bisher hatten dort Personen, die schon lange Zeit ohne Beschäftigung waren, die Chance wieder ins Arbeitsleben einzusteigen.