Maske statt Bart: Nikolaus-Brauchtum in der Pandemie

Nikoläuse bringen Kindern trotz Lockdown Geschenke. Hausbesuche gibt es kaum.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:13
Lesezeit: 2 Min
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Josef Oberleithner aus Weinburg brachte als Nikolaus mit echtem Bart schon Generationen von Kindern zum Strahlen.
Foto: privat

Der Lockdown zur Weihnachtszeit bremst auch heuer den Krampus und den Nikolaus aus. Damit die Kinderaugen dennoch leuchten, gibt es die Geschenke in Kindergärten, Schulen und nach dem Gottesdienst.

Feier des „Chor Gerersdorf“ im Stream

In Pottenbrunn, Viehofen und Ratzersdorf fallen die traditionellen Hausbesuche heuer erneut aus. „Der persönliche Kontakt zu den Kindern geht nun schon zum zweiten Mal verloren. Vor der Pandemie habe ich die Kinder zu Hause besucht und mir jeweils eine halbe Stunde Zeit genommen, um auf sie einzugehen. Da die Besuche hervorragend ankamen, wurde zuletzt sogar eine Anmeldung über das Internet notwendig“, erklärt der langjährige Nikolo Peter Walzl.

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Auf Geschenke müssen die Kinder dennoch nicht verzichten. In der St. Pöltner Dompfarre gibt es die Geschenke in der zweiten Familienmesse, während der Nikolaus am Sonntag in Pottenbrunn und am Montag in Ratzersdorf nach den Messen Sackerl verteilt.

Die traditionelle Nikolausfeier des „Chor Gerersdorf“ findet auch heuer, wie schon im Vorjahr, nicht in der Pfarrkirche statt. Dafür haben Kinder und Eltern die Möglichkeit, am Abend des 6. Dezember die Nikolausfeier im Internet via Stream mitzuerleben und mitzufeiern. Der Link dazu wird über den Kindergarten und die Volksschule bekannt gegeben. In der Kapelle in Fahrafeld ist für den 5. Dezember um 17 Uhr eine Nikolausfeier geplant.

„Ich freue mich, dass ich auch heuer wieder Freude schenken darf.“Der Pielachtaler Nikolo Josef Oberleithner

Im Pielachtal bringt Josef Oberleithner seit 58 Jahren als bekannter Nikolo mit Rauschebart Kinderaugen zum Leuchten. Trotz der vielen Einschränkungen im letzten Jahr und des Lockdowns bleibt er positiv: „Ich freue mich, dass ich auch heuer wieder Freude schenken darf.“

Der Nikolaus aus Leidenschaft lässt sich nicht aufhalten und besucht wieder die Kindergärten und Volksschulen im Tal. „Natürlich darf ich den Kindern meine Sackerl nicht persönlich überreichen, das lässt die momentane Situation nicht zu. Aber wenigstens kann ich ihnen von der Ferne zuwinken und ihnen im Garten eine kleine Überraschung hinterlassen“, erzählt der über 80-Jährige.

Die Maske darf er mit genügend Mindestabstand kurz abnehmen. „So sehen die Kinder meinen Bart und wissen, dass auch wirklich der Nikolaus da war“, schmunzelt Oberleithner. Der Terminkalender ist in der Adventzeit voll. Neben Nikolausbesuchen im Pielachtal dreht er seine Runden in Wilhelmsburg und gastiert in der Landesregierung im Landhaus in St. Pölten.

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