Neuer Plan: Kultur-Jahr ersetzt Landesausstellung. Landesschauen werden für Kulturhauptstadt-Projekt verschoben. Region Dunkelsteinerwald lässt Pläne für 2023 fallen.

Erstellt am 12. Juni 2018 (05:11)
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Der St. Pöltner Rathausplatz
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Die Bewerbung St. Pöltens als Kulturhauptstadt Europas wirkt sich auch auf die kommenden Landesausstellungen aus: Um im Zwei-Jahres-Rhythmus zu bleiben, wird die für 2021 geplante Ausstellung im Marchfeld auf 2022 verschoben, die für 2023 avisierte Schau im Mostviertel kommt erst 2026 an die Reihe. 2024 würde dann das Kulturhauptstadt-Jahr die Landesausstellung ersetzen.

Statt Landesausstellung wird in Kulturhauptstadt investiert

„Wir werden uns dann gänzlich auf die Kulturhauptstadt St. Pölten konzentrieren“, kündigt Landes-Kulturabteilungsleiter Hermann Dikowitsch an. Statt in eine Landesausstellung investiert das Land 2024 verstärkt in St. Pölten und die umliegende Region. Dabei ist davon auszugehen, dass mehr als die für eine Landesschau üblichen 20 bis 25 Millionen Euro für das Kulturhauptstadt-Projekt aufgewendet werden. „Wie viel genau, kann man noch nicht sagen“, betont Dikowitsch. Die Inhalte stünden derzeit gar nicht fest. „Bereits jetzt investieren wir 2,1 Millionen Euro in die Bewerbungsphase.“

Sollte St. Pölten 2019 nicht den Zuschlag bekommen, werden Stadt und Region trotzdem einen Schwerpunkt erhalten – allerdings ohne den Titel „Landesausstellung“. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass es St. Pölten nicht wird.“

Gemeinden überrascht von neuem Zeitplan

Eine böse Überraschung ist die Verschiebung der Landesausstellung für die Region Dunkelsteinerwald. Gemeinsam mit dem Stift Göttweig wollte man sich für 2023 bewerben. „Es war ein großer Schock, mittlerweile habe ich mich aber wieder gefangen“, sagt Wölblings Bürgermeisterin Karin Gorenzel, die in der für die Landesschau gegründeten Steuerungsgruppe sitzt. Für die Schau 2026 will sich die Region laut Gorenzel nicht bewerben: „Das ist derzeit ausgeschlossen.“ Grund dafür sei ein Jubiläum in Göttweig, für das alle Kräfte gebraucht würden. Die Steuerungsgruppe werde sich aber weiter treffen, so Gorenzel: „Ziel ist es, die Region als Musikregion zu etablieren.“

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Trotz der neuen Herausforderungen will auch die Further Bürgermeisterin Gudrun Berger weiter gemeinsam im Dunkelsteinerwald unter dem großen Thema Musik arbeiten. „In welcher Form, wird mit den Bürgermeistern der Bewerbergemeinden und dem Stift Göttweig entschieden.“ Eine Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern wird es am Dienstag geben. Neben Wölbling wären auch Karlstetten, Hafnerbach, Inzersdorf-Getzersdorf, Nussdorf und Statzendorf fix dabei gewesen.