Positive Entwicklung: Kriminalitätsrate gesunken. Zahl der Anzeigen war 2017 in Stadt und Bezirk rückläufig, Aufklärungsquote ist gestiegen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 27. März 2018 (05:00)
APA
Symbolbild

Sehr zufrieden zeigt sich die Polizei in Stadt und Bezirk St. Pölten beim Blick auf die Kriminalstatistik 2017. In der Stadt sank die Zahl der angezeigten Fälle im Vergleich zu 2016 um 7,8 Prozent auf 4.256, im Bezirk um 12,7 Prozent auf 4.192. Die Aufklärungsquote ist jeweils gestiegen. In der Stadt um 9,5 Prozentpunkte auf 54,9 Prozent, im Bezirk um 2,5 Prozentpunkte auf 52,9 Prozent. Die NÖN hat die Übersicht.

Stadt St. Pölten: Für Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler ist die Bilanz das Ergebnis des „Weges, den wir seit Jahren beschreiten – mit hoher Präsenz und Kontrolldichte“.

Kriminalstatistik St. Pölten-Stadt.pdf (pdf)

Besonders erfreut ist Bäuchler über den Rückgang bei Keller-Einbrüchen. Waren 2016 noch 134 Fälle angezeigt worden, waren es im Vorjahr nur mehr 38. Dementsprechend ist auch die Zahl gestohlener Fahrräder in der Landeshauptstadt von 415 im Jahr 2016 auf 235 im vergangenen Jahr zurückgegangen.

„Es wurden ein paar Banden erwischt, die auf Kellerabteile spezialisiert waren. Das hat sich sicherlich positiv ausgewirkt“, so Bäuchler, der aber auch hohe Kontrolltätigkeit als Ursache für den Rückgang sieht.

„Die Rechtsaufklärung in jenem Sektor der Gesellschaft, wo Migration eine Rolle spielt, ist wichtig für den Kriminalitäts rückgang.“ Gerhard Pichler, Bezirkspolizeikommandant

Ebenfalls stark zurückgegangen sind Sachbeschädigungen, etwa an Fahrzeugen von 208 auf 153. Einzig bei Graffiti gibt es einen Anstieg (von 12 auf 44 Anzeigen). „Das ist aber auf beschmierte Zuggarnituren zurückzuführen, was aber oft nur in St. Pölten angezeigt wird“, so Bäuchler.

NOEN

Weiterhin bemerkbar ist eine Verlagerung der Kriminalität ins Internet. Um ein Viertel mehr Cybercrime-Anzeigen gab es 2017. „Hier ist immer noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, es wird noch immer sehr leichtsinnig gehandelt“, so Bäuchler.

Bezirk St. Pölten: Für Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler ist die „sehr positive Bilanz das Ergebnis vieler Faktoren, wie die Ausbildung der Kollegen und die Mithilfe der Bevölkerung“. Vor allem Letzteres stelle einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Polizei dar. „Die Bevölkerung übernimmt immer mehr Eigenverantwortung“, lobt Pichler unter anderem das Installieren einer Alarmanlage oder die bessere Nachbarschaftshilfe.

Kriminalstatistik St. Pölten-Land.pdf (pdf)

„Aber auch die Rechtsaufklärung in jenem Sektor der Gesellschaft, wo Migration eine Rolle spielt, ist wichtig für den Kriminalitätsrückgang. Gemäß der Devise: Dies und Das ist in Österreich nicht erlaubt.“

Laut Pichler ist der Bezirk generell ein bevorzugtes Gebiet für Kriminelle. „Sie nutzen die selben Vorteile wie die Bewohner, etwa die A 1 oder die S 33. Zusätzlich gibt es entlang der Westautobahn viel Wohnraum und Firmen – und damit Einbruchsziele“, so Pichler. Nichtsdestotrotz ist die Zahl angezeigter Einbrüche stark gesunken. Auch im Bezirk ist der große Rückgang bei Keller-Einbrüchen auffällig (von 40 auf 23 Anzeigen). Die Zahl der Wohnhaus-Einbrüche ist von 218 auf 188 gesunken.

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