St. Pölten

Erstellt am 13. März 2018, 05:11

von Maria Prchal

Rauchfrei in der Arbeitszeit. NÖGKK lässt Mitarbeiter vor Tabakkonsum ausstempeln. So händeln das auch andere Großbetriebe.

Richtlinien zum Rauchen in der Arbeitszeit werden firmenintern geregelt.  |  NOEN, Prchal

Wenn sie für eine Zigarette kurz den Schreibtisch verlassen, dürfen rauchende Mitarbeiter der NÖGKK künftig das Ausstempeln nicht vergessen. Denn der blauen Dunst soll ab 31. Mai, dem Welt-Nichtrauchertag, aus der NÖ Gebietskrankenkasse verschwinden. Ausgearbeitet wurde dafür eine Betriebsvereinbarung, die vom NÖGKK-Vorstand noch im März beschlossen werden soll.

Wenn das erfolgt, herrscht in der Kernarbeitszeit, in der das Betriebsgelände nicht verlassen werden darf, absolutes Rauchverbot. In der Gleitzeit müssen die rund 800 Mitarbeiter der NÖGKK-Hauptstelle und ihrer medizinischen Einrichtungen wieder eingearbeitet werden. Damit will die Krankenkasse ein Zeichen für die Gesundheitsvorsorge setzen: „Wir sind als Präventionskasse Nummer eins in Österreich und betreiben das österreichweite „Rauchfrei-Telefon“ – dieser Vorsorgegedanke muss natürlich auch für unsere Mitarbeiter gelten“, meint Direktor Günter Steindl.

Ausstemplen bei Zigarettenpause

Wer für eine Zigarette den Arbeitsplatz verlässt, soll dafür ausstempeln. Die verlorenen Minuten sind später wieder einzuarbeiten. Denn während der Dienstzeit sind, laut dem Arbeitsgesetz, Raucherpausen nicht vorgesehen, wie auch Doris Rauscher-Kalod von der Arbeiterkammer bestätigt. „Es gibt überhaupt nur eine geregelte Pause von 30 Minuten, das ist die Mittagspause“, erklärt Doris Rauscher-Kalod von der Arbeiterkammer.

Ähnlich regelt das Spar: „Wann die Mitarbeitenden Pausen machen, wie lange oder was sie da tun – egal ob rauchen, turnen oder Apfel essen – das überlassen wir jedem selbst“, erklärt Geschäftsführer Alois Huber und schließt sich der NÖGKK an: „ Sicher ist: Eine Pause ist keine Arbeitszeit und daher muss ausgestempelt werden.“ Beschwerden zur Regelung gebe es von keiner Seite.

Firmen helfen auf dem Weg zum Nichtraucher

Rauchen verbieten wollen die Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht: „Raucherpausen sind für die Mitarbeiter von Voith in St. Pölten erlaubt“, so Mirjam Sander von der Kommunikationsabteilung. Allerdings darf dem Tabakkonsum nur an gekennzeichneten Raucherplätzen gefrönt werden.

Genauso wird das bei der Firma Egger gehandhabt. Komplett rauchfrei ist etwa das Bürogebäude. „Wir sind da sehr flexibel. Die einen machen eine Kaffeepause, die anderen gehen eben eine rauchen. Es muss trotzdem jeder seine Arbeitsleistung bringen“, meint dazu Geschäftsführer Bernhard Prosser. Auch hier gibt es keine Beschwerden, strenge Maßnahmen seien nicht nötig. Mit März startet Egger ein zusätzliches Präventionsprogramm mit Fokus auf Lungenerkrankungen. Das richtet sich speziell an Raucher. Mitarbeiter können Gesundheitschecks durchführen lassen und Workshops besuchen.

Ein eigenes Rauchentwöhnungsprogramm gibt es seit Jahren bei Constantia Teich in Weinburg und „es wird sehr gut angenommen“, wie Unternehmenssprecher Daniel Smith bestätigt. Die Mitarbeiter können in den eigenen Raucherräumen Pause machen. Allerdings dürfen die Arbeitsabläufe dadurch nicht gestört werden.

Eine Besonderheit gibt es noch bei Constantia Teich: Die Mitarbeiter müssen nicht ausstempeln.

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