St. Pölten

Erstellt am 12. September 2018, 04:23

von Thomas Werth

UVP-Verhandlung für S34 startet bald. Gutachten zur Umweltverträglichkeitsprüfung in der Endphase, Asfinag rechnet mit Baubeginn 2020.

Die S34 soll die B20 entlasten  |  NÖN

Deutlich länger als ursprünglich geplant wird die Umweltverträglichkeitsprüfung der Traisentalschnellstraße (S 34) dauern. Laut Asfinag-Projektleiter Leopold Lechner befindet sich das Gutachten nun aber in der Endphase. Er rechnet damit, dass es noch heuer öffentlich aufgelegt wird und Anfang 2019 die UVP-Verhandlung starten kann. „Im besten Fall halten wir im Frühjahr 2019 den UVP-Bescheid in Händen“, hofft Lechner.

Über 350 Einsprüche zur S 34 und mehr als 50 zur Spange Wörth sind bislang im Zuge des UVP-Verfahrens eingelangt. Das Verkehrsministerium, das diese begutachtet, forderte zuletzt im Mai die Asfinag auf, zwei Unterlagen nachzureichen: eine Steinkrebskartierung und eine Ergänzung zum Grundwassergutachten beim Flugplatz Völtendorf.

„Natürlich könnte es sein, dass Einwände neue Erkenntnisse bringen, aber das ist unwahrscheinlich.“ Leopold Lechner, Asfinag-Projektleiter

Bei der UVP-Verhandlung wird es dann zunächst um die S 34 gehen und im Anschluss um die Spange Wörth. Der Projektleiter rechnet mit jeweils fünftägigen Verhandlungen. 15 Sachverständige des Verkehrsministeriums werden mit den Fachbereichsvertretern der Asfinag sowie Personen und Bürgerinitiativen mit Parteistellung wie s34-sinnlos.at und Stop.Transit.S 34 die verschiedenen Themenbereiche aufarbeiten und Ergänzungsfragen diskutieren.

Wie es danach zeitlich weitergeht, hänge vor allem von den Auflagen ab. Dass es solche geben wird, bezweifelt Lechner nicht: „Deswegen gibt es ja solche Verhandlungen.“ Dass das Projekt gefährdet sein könnte, damit rechnet er nicht. „Natürlich könnte es sein, dass Einwände neue Erkenntnisse bringen, aber das ist höchst unwahrscheinlich“, so Lechner. Bürgermeister Matthias Stadler traf zuletzt im Mai Verkehrsminister Norbert Hofer, der positive Signale zum Bau der S 34 übermittelte.

Bau wird frühestens 2022 fertig

Ist der UVP-Bescheid da, sind die nächsten Schritte die naturschutzrechtliche Bewilligung und die Grundeinlösung. Die Vergabe der Arbeiten werde dann weitere sechs bis neun Monate dauern. „Ich rechne mit einem Bau frühestens 2020. Damit sind wir drei bis vier Jahre in Verzug“, so Lechner. Der Straßenbau soll dann mindestens zwei Jahre dauern, eröffnet könnte die S34 damit frühestens 2022.

Für die größeren Unternehmen, die sich ein Grundstück im Betriebsgebiet NOE Central gesichert haben, ist der Bau der S 34 ein zentrales Argument für ihre Ansiedlung. „Wir wollten unbedingt diesen Standort westlich der B 20, damit unsere Fahrzeuge direkt von der S 34 zu uns fahren können“, erklärt etwa der St. Pöltner Direktionsleiter Hans Kirchknopf, warum sich die Strabag die letzte freie Fläche dort sicherte.

Einer, der ebenfalls auf den Bau der Schnellstraße wartet, ist Autohaus-Besitzer Gerhard Gastecker. „Wir bauen erst, wenn die S 34 konkreter wird. Diese Anbindung ist für das Betriebsgebiet und für die Entwicklung der Region von großer Bedeutung“, ist Gastecker überzeugt.