Wetterbilanz: 2018 war warm wie nie. Temperaturen teils weit über dem Schnitt, viel Sonnenschein und wenig Niederschlag gab es in St. Pölten.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 10. Januar 2019 (06:18)
APA (dpa)
Symbolbild

 Mit 11,5 Grad Durchschnittstemperatur geht 2018 als wärmstes Jahr der Messgeschichte in St. Pölten ein – und die reicht immerhin bis ins Jahr 1894 zurück. Das Rekordjahr 2015, als es um 1,7 Grad wärmer als im 30-jährigen Klimamittel war, hat das vergangene Jahr mit zwei Grad über dem Schnitt abgelöst. „2018 bestätigt den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Von den 20 wärmsten Jahren der 251-jährigen Messgeschichte in Österreich liegen 14 in den 2000er-Jahren“, weiß Klimatologe Rainer Kaltenberger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Fast alle Monate waren überdurchschnittlich warm, mit Ausnahme von Februar und März. Im März hatte eine Kältewelle die Landeshauptstadt fest im Griff. Sogar drei Eistage, an denen das Thermometer nicht über null Grad stieg, gab es sogar noch. „Der abrupte Wechsel von einem eher kühlen, vielfach frostigen März auf einen extrem warmen April war dann ungewöhnlich“, erklärt Kaltenberger. April und Mai waren in St. Pölten die wärmsten seit Messbeginn. Der August teilte sich mit jenem aus 2017 den dritten Platz im Ranking und auch der September und der Oktober gehörten zu den wärmsten.

„Der abrupte Wechsel von einem eher kühlen, vielfach frostigen März auf einen extrem warmen April war dann ungewöhnlich.“ Rainer Kaltenberger, ZAMG

Die wärmende Sonne war auch überdurchschnittlich lange zu sehen. Sie erfreute im Vorjahr 2.118 Stunden lang die Gemüter. Das sind um 16 Prozent mehr als im Schnitt. Nur mit Niederschlag geizte das Jahr 2018. Mit fünf Prozent weniger als im langjährigen Mittel musste die Natur auskommen. „Die Kombination von hohen Temperaturen mit überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer und längeren Trockenphasen führte in der Landwirtschaft zu Dürreschäden“, so Kaltenberger.