"WhatsApp haben wir abgedreht“. Lehrer, Schüler und Eltern nutzten Soziale Medien zum Austausch. Brief des Landesschulrats soll das nun ein Ende haben.

Von Nadja Straubinger und Lisa Röhrer. Erstellt am 27. November 2018 (03:56)
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 „Mein Kind ist krank“ oder „Was ist Hausübung?“ – Nachrichten wie diese flatterten über WhatsApp-Gruppen immer wieder auf die Handys von Schülern, Lehrern und Eltern. Fast alle Höheren Schulen der Landeshauptstadt präsentieren sich zudem auf Facebook. Dort werden Fotos von Ausflügen gepostet und Veranstaltungen erstellt, wenn etwa der Maturaball oder Infotag anstehen.

Bildungsdirektor Johann Heuras ist die Verwendung Sozialer Medien in Schulen ein Dorn im Auge

In einem Schreiben an die Direktoren wies er darauf hin, dass diese „kein geeignetes Instrument zur Kommunikation sind“. Um die Privatsphäre der Schüler (und deren Familien) nicht zu verletzen, sei auf elearning-Systeme oder schulische Kommunikationsoftware zurückzugreifen. In der nun verbindlichen Übung „Digitale Grundbildung“ sollen Schüler zudem einen respektvollen Umgang mit ihren Kommunikationspartnern lernen.

Die Direktoren der Stadt nehmen das Schreiben des Bildungsdirektors ernst. Einige von ihnen haben selbst negative Erfahrungen mit WhatsApp und Co. gemacht. Ein Lied davon singen kann Melanie Scholz. In den Volksschulen Viehofen und Radlberg wurden WhatsApp-Gruppen für die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern genutzt. „Wir haben das jetzt komplett abgedreht“, meint die Schulleiterin.

Keine WhatsApp-Gruppen mehr

Der Grund dafür war – neben den von der Bildungsdirektion angesprochenen Datenschutz-Bedenken – das Fehlverhalten der Eltern. „Manche haben ständig ihre Befindlichkeiten mitgeteilt. Außerdem haben sie sich untereinander aufgestachelt“, ist die Schulleiterin entsetzt. Um die Privatsphäre der einzelnen Personen schützen zu können, wird nun überlegt die „SchoolFox“ zu verwenden. Das System wird seit einigen Jahren an der Mittelschule in Ober-Grafendorf verwendet. „Zusätzlich verwenden wir das altbewährte Mitteilungsheft. Mit dieser Mischung haben wir gute Erfahrungen gemacht“, betont Mittelschuldirektor Peter Kärcher. WhatsApp-Gruppen gebe es als offizielle Mitteilungsvariante dort nicht mehr.

Eine weitere Möglichkeit sind Plattformen wie EduFlow, die ebenfalls in einigen Schulen zum Einsatz kommen. Der Vorteil dieser Software ist für Scholz, dass man sie aktiv starten muss und selbst bestimmt wann, man sie verwendet.

Ersetzen können diese Whats App aus Sicht vieler Schüler aber nicht. „Wir hatten mit einigen Lehrern WhatsApp-Gruppen. Die hatten nur Vorteile, Probleme gab es nie“, erzählt BORG-Schulsprecher Florian Kärcher. Die Nachrichten seien nur zu angemessenen Zeiten und in entsprechender Form verschickt worden. „Ich sehe nicht ein, warum man Whats App-Gruppen für die Oberstufen verbieten soll“, meint der Achtklässler. Für jüngere Schüler – bis 16 Jahre – sei Whats App offiziell sowieso verboten.

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