Zurück im Job: Langer Weg aus dem Korsett. Bei AGB in Böheimkirchen lernt Rudolf Tomsits nach langer Arbeitslosigkeit Neues.

Von Max Steiner. Erstellt am 14. Juli 2021 (04:00)
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Geschäftsführer Reinhard Fritsch von AGB (www.agb.co.at) sucht auch mit Hilfe von AMS-Chef Thomas Pop und Felix Falkensteiner (von rechts), Abteilungsleiter im Service für Unternehmen, neue Arbeitskräfte.
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Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter. Nur 29 Menschen mehr als im letzten Juni vor Corona sind in Bezirk und Stadt St. Pölten arbeitslos gemeldet, weiß AMS-St. Pölten-Geschäftsstellenleiter Thomas Pop. Rund 30 Prozent weniger als im Juni 2020 sind arbeitslos gemeldet. „Seit Jahresbeginn haben 5.278 arbeitslose Personen aus dem St. Pöltner Bezirk wieder einen Job gefunden“, will Pop die Dynamik nutzen und die intensive Vermittlungsstrategie fortführen.

„Seit Jahresbeginn haben 5.278 arbeitslose Personen aus dem St. Pöltner Bezirk wieder einen Job gefunden“

Große Herausforderung dabei ist, die Langzeitarbeitslosen wieder in Jobs zu bringen. Deren Zahl ist entgegen dem Trend um fast ein Drittel gestiegen. Mit den Betrieben ist das AMS in engem Kontakt, um mit konsequenter Vermittlung und zielgerichteten Fördermaßnahmen die Chancen zu erhöhen und den Arbeitskräftebedarf punktgenau zu decken“, hebt Pop hervor. 284 langzeitarbeitslose Personen haben seit Jahresbeginn wieder den Einstieg ins Berufsleben geschafft. So wie auch der 59-jährige Rudolf Tomsits bei AGB. Ende 2016 ist das Industrieanlagenbau-Unternehmen ins Böheimkirchner Betriebsgebiet gezogen, noch immer ist es auf der Suche nach Leuten. Die Bücher sind für das ganze Jahr voll, AGB arbeitet für das Wo is Who der Industrie. Für die Montage bräuchte Geschäftsführer Reinhard Fritsch weitere Leute, mur eine Bewerbung gibt es derzeit. Dabei sei der Lohn meist höher als im Büro.

„Wir setzen auch auf Ältere, denn die jungen kommen einfach auch nicht“, erklärt Fritsch. Die Förderung ist für ihn kein geschenktes Geld, sondern ein Ausgleich für den länger dauernden Onboarding-Prozess. Bei Mitarbeitern, die oft jahrzehntelang dasselbe gemacht haben, dauere es länger bis sie im Unternehmen ankommen. „Die Unterstützung macht es leichter, sie aus ihrem Korsett herauszubekommen“, weiß Fritsch.

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