23-Jährige führt Reitstall. Melanie Riedl ist neue Pächterin des Reitclubs in Hart. Dieser soll wieder Ausbildungsstall werden.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 18. Juli 2021 (03:51)
Die neuen Pächter Melanie Riedl mit ihrer dreijährigen Miss Mocca und ihrem Vater Karl Riedl in der Stallgasse des Reitclubs St. Pölten-Hart.
Straubinger

Als Kind haben diesen Traum viele: einmal einen Pferdehof betreiben. Ihren Traum wahr gemacht hat Melanie Riedl im Alter von 23 Jahren. Sie ist die neue Pächterin des Reitclubs St. Pölten-Hart.

„Wir waren schon länger auf der Suche nach einer Pachtmöglichkeit und haben dann durch Zufall ein Inserat entdeckt.“ Sofort rief Riedl, die sehr von ihren Eltern unterstützt wird, an und freute sich, denn den Reitclub St. Pölten-Hart kannte sie bereits seit über zehn Jahren. „Ich war oft zu Turnieren hier“, erinnert sich die erfolgreiche Springreiterin. Dann war die Entscheidung rasch getroffen. Mit 1. Juli übernahm sie nun die Leitung des Reitstalls.

„Wir waren schon länger auf der Suche nach einer Pachtmöglichkeit und haben dann durch Zufall ein Inserat entdeckt.“

Die Liebe zu den Pferden packte Melanie Riedl schon in frühester Kindheit. Früh kam auch die Begeisterung für das Springen, bei dem sie mittlerweile in der schweren Klasse antritt. „Man muss in der Familie an einem Strang ziehen, damit man ohne viel Geldaufwand so weit kommt. Da steckt sehr viel Arbeit und Herzblut dahinter“, weiß Vater Karl Riedl. An einem Strang zieht die Familie auch beim neuen Projekt der Tochter, die bereits einige Erfahrung sammeln konnte. Sie absolvierte die Landwirtschaftliche Fachschule in Tullnerbach mit Schwerpunkt Pferdewirtschaft und war dann in Bayern als Bereiterin. Auch in einem Stall in Korneuburg konnte sie sich etwa im Bereich Stallmanagement versuchen.

Mit dem Reitclub St. Pölten-Hart hat die 23-Jährige einiges vor. „Er soll wieder zu einem Reit- und Ausbildungsstall werden“, betont sie. In den letzten Jahren sei es hauptsächlich ein Einstellbetrieb gewesen. Sie möchte Turniere und Kurse am Hof organisieren. Außerdem soll auch die Infrastruktur mit zwei Springplätzen und Dressurviereck noch ausgebaut werden, etwa mit einem Longierzirkel, einem Offenstall und Pensionskoppeln. „Das bietet sich an. Vier Hektar werden im Moment nicht genutzt“, sagt Karl Riedl. Platz ist derzeit für 45 Pferde, vier Boxen sind noch frei. Anfragen gebe es laufend. „Wir wollen den Stall familiär halten. Man soll sich hier wohlfühlen und zufrieden heimgehen“, sind sich die Riedls einig. Und auch darüber, dass die Pferde an erster Stelle stehen.