Neues Leben für altes Haus in St. Pölten. Im denkmalgeschützten Gebäude Lederergasse 7 entstanden Wohnungen.

Von Beate Steiner. Erstellt am 31. Dezember 2020 (04:17)

Es ist eines der ältesten Gebäude der Stadt: 1367 erstmals erwähnt, war es ursprünglich das Haus eines Lederers, dann Bauernhaus – und ist jetzt mustergültig renoviertes Wohnhaus mitten in der Stadt. Realisiert hat das außergewöhnliche Wohnprojekt Eigentümer Karl Gruber, der fünf Jahre mit dem Denkmalamt über eine optimale Lösung verhandelt hat. „Wir wollten größtmögliche Wohnqualität mitten in der Stadt bieten und trotzdem so viel wie möglich von der alten Bausubstanz erhalten“, erklärt der Unternehmer.

„Ich möchte hier ein kleines Museum mit Erinnerungsstücken errichten“

Und so wurden viele Elemente des Gebäudes wiederhergestellt, etwa die alten Schießschartenfenster oder die hölzernen Kastenfenster und auch die Barockfassade mit Faschen und abgesetztem Sockel. Die Einfahrt wurde mit alten Ziegeln ausgelegt, das Tor originalgetreu wiederhergestellt. Ein verkohltes Holzstück im Stiegenaufgang erinnert an einen Brand im geschichtsträchtigen Haus, Bilder an den Wänden an frühere Bewohner. „Ich möchte hier ein kleines Museum mit Erinnerungsstücken errichten“, verrät Karl Gruber.

Gemeinsam mit Architekt Martin Bernegger ist es ihm gelungen, neue Elemente wie ein gläsernes Stiegenhaus und einen Lift bestens zu integrieren.

Umgebaut wurde nach ökologischen Standards, mit Wärmepumpen-Heizsystem, geölten Parkettböden und frei von Elektro-Smog. Im ehemaligen Schüttboden sind zwei Dachgeschoßwohnungen entstanden und in den ehemaligen Rossstallungen können die Bewohner jetzt ihre Fahrräder und Kinderwägen abstellen.

Und der unverbaute Teil des Grundstücks wurde zum großen, nicht einsehbaren Garten, den alle Hausbewohner nutzen.