St. Pölten: Benkos Signa verkauft Leiner-Projekt an Investor

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 10:19
Lesezeit: 3 Min
rossmarkthöfe
So sollen die „Rossmarkthöfe“ in der St. Pöltner Innenstadt aussehen. René Benkos Signa wird das Projekt nicht umsetzen. Das ist jetzt fix.Rendering: ZoomVP.at
Foto: Zoom VP
Großprojekt am Leiner-Areal im St. Pöltner Stadtzentrum wird an neuen Investor verkauft. Die Signa-Pläne für die WWE-Gründe sind davon nicht betroffen.
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Zwei Jahre ist es her, dass das Leiner-Stammhaus am Rathausplatz geschlossen wurde. An seiner Stelle sollte heute schon an einem der ehrgeizigsten Innenstadt-Immobilienprojekte Österreichs gebaut werden – und zwar an den „Rossmarkthöfen“ mit Wohnungen, Büros, Hotel, Kongresszentrum, Tiefgarage und dem Leiner-Küchenzentrum „Eskole“ mitten in der City.

Stattdessen herrscht auf dem 14.000-Quadratmeter-Areal zwischen Promenade, Rossmarkt und Rathausplatz aber Stillstand. Selbst mit den Abbrucharbeiten wurde noch nicht begonnen. René Benko dürfte angesichts des mühsamen Weges durch Instanzen und Baubeirat das Interesse an dem Projekt verloren haben, wird seit Längerem gemunkelt.

NÖN-Recherchen zeigen nun, dass sich Benkos Signa vor wenigen Tagen tatsächlich aus dem 100-Millionen-Euro-Projekt verabschiedet hat und das „Rossmarkthöfe“-Projekt in Bausch und Bogen verkaufen wird. Wer dieser Investor ist, ist noch nicht bekannt – es dürfte sich aber um einen finanzkräftigen österreichischen Investor handeln.

Fest steht, dass der neue Investor sofort mit den Abbrucharbeiten beginnen und bald auf eine Baugenehmigung hoffen kann. Denn die Änderung des Flächenwidmungsplanes ist durch. Die nächsten Gespräche rund um die Baubewilligung sind für Anfang nächster Woche angesetzt, bestätigt Bürgermeister Matthias Stadler.

"Interesse zahlreicher Marktteilnehmer an einem Erwerb war enorm"

"Projektentwicklung ist das klar definierte Kerngeschäft der Signa Development Selection", heißt es von Signa.  Es reiche vom Ankauf einer Liegenschaft über die potenziell erforderliche Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes, die Planung bis zur Baubewilligung und  Realisierung. Die Gesellschaft halte sich grundsätzlich keine Immobilien.

Projekte werden in den  zuständigen Gremien in regelmäßigen Abständen evaluiert. Basierend darauf fällt die Entscheidung für den Verkauf oder das Projekt weiterzuführen. "Im Falle der Rossmarkthöfe war das Interesse zahlreicher Marktteilnehmer an einem Erwerb enorm. Daher wurde das einreichfähige Projekt an einen renommierten Bauträger verkauft. Wir gehen davon aus, die Quartiersentwicklung wird im Sinne der Stadt weiterführt", heißt es von Signa.

Das zweite Projekt mit Signa-Beteiligung in St. Pölten auf den WWE-Gründen wird laut Signa "planmäßig weiter entwickelt". Die Jury-Sitzung für den Architekten-Wettbewerb dürfte wie geplant Mitte Dezember stattfinden.

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