UVP-Gutachten: 1.600 Seiten für die S34. In 30 Ordnern wird Projekt bewertet. Neue Auflagen vorgeschrieben.

Von Thomas Werth. Erstellt am 29. November 2018 (15:29)
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Wer sich das UVP-Gutachten zur S 34 komplett durchlesen möchte, der sollte dafür viel Zeit im St. Pöltner Rathaus einplanen. 1.600 Seiten, aufgeteilt auf 30 Ordner, ist das Gesamtwerk stark. Es liegt seit der Vorwoche zur öffentlichen Einsicht auf.

„Die S 34 ist sehr intensiv geprüft worden“, schildert Asfinag-Projektleiter Leopold Lechner. Der NÖN berichtet er von den aus seiner Sicht wesentlichsten Auflagen.

Lärmschutz: Zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen muss auch noch ein geräuschmindernder Asphalt aufgetragen werden.

Oberflächenwasser: Die Qualität der Oberflächenwasser, die in Traisen und Pielach fließen, muss in der Betriebsphase regelmäßig geprüft werden.

Brunnen: In der Bau- und in der Betriebsphase muss regelmäßig kontrolliert werden, ob es Veränderungen (sowohl qualitativ als auch quantitativ) in den Brunnen gibt.

Tiere und Pflanzen: Im Bereich des Tüpl müssen eine zehn Hektar große Ausgleichsfläche für den Wachtelkönig und Ersatz-Laichgewässer für Amphibien geschaffen werden. Die dort geplante Grünbrücke muss auf 50 Meter verbreitert werden. Im Bereich Steinfeld muss zudem eine Brücke verschoben werden, damit zum Schutz der Steinkrebse nicht in den Flusslauf eingegriffen werden muss.

Für Lechner sind diese Auflagen keine Überraschung. Man werde diese nun selbst prüfen und etwaige Bedenken bei der fünftägigen Verhandlung, die am 16. Jänner startet, einbringen.

Bernhard Higer von der Initiative „stop.transit.s34“ ist überrascht von der hohen Qualität des S 34-Gutachtens: „Alle Stellungnahmen wurden bearbeitet und kommentiert. Teilweise wurden wichtige Gutachten nachgeholt und sinnvolle Maßnahmen vorgeschrieben.“ Die Initiative studiert nun ebenfalls das Gutachten, um für die Verhandlung gerüstet zu sein.