Vorzeigeprojekt "Retter-Lkw" ist in Gefahr. Samariterbund St. Georgen wird Fahrzeug verkaufen müssen, weil es noch keine Lösung für Finanzierung der Intensivtransporte gibt.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 30. Juli 2019 (03:58)
Straubinger
Bettenintensivtransportsystem auf dem Lkw steht vor dem Aus.

Mit dem Bettenintensivtransportsystem, quasi einer Intensivstation auf einem Lkw für Patienten bis 400 Kilogramm, hat der Samariterbund St. Georgen seit dem Vorjahr ein Vorzeige-Projekt. Jetzt macht sich bei den Rettern allerdings Enttäuschung breit. Denn aus finanziellen Gründen muss der Verein den Lkw wahrscheinlich Ende August verkaufen.

„Es gibt kein politisches Interesse an einem solchen System, obwohl es Klientel dafür gibt“, ist Dienststellenleiter Markus Wieninger überzeugt. 250.000 Euro seien im Geschäftsjahr bisher für die Bereitstellung angefallen. Schließlich werde qualifiziertes Personal benötigt: ein Fahrer mit C-Schein, zwei Notfallsanitäter und ein Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin.

„Es gibt kein politisches Interesse an einem solchen System, obwohl es Klientel dafür gibt“

„Das ist mit einer Abrechnung wie beim üblichen Rettungsdienst nicht zu finanzieren“, zeigt sich Wieninger enttäuscht. Denn schon im Mai des Vorjahres hatte die zuständige Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig erklärt, dass an einer Bedarfsanalyse gearbeitet werde, mit dem Ziel, „die Finanzierung des Rettungswesens mit den Organisationen auf eine neue Grundlage zu stellen und diese dauerhaft abzusichern“.

„Bisher ist nichts passiert“, bedauert Wieninger. Wie beim üblichen Rettungsdienst wird nach wie vor nur der Transport bezahlt. Auf den Kosten für die Anfahrt bleibt das Rettungsunternehmen sitzen. Die sind bei einem solchen System aber zum Teil beträchtlich. „Die Aufträge über die Landeskliniken-Holding werden finanziert, das funktioniert super“, hebt Wieninger allerdings hervor.

Die Zusage habe sich darauf bezogen, „den Bedarf für Primärtransporte zu prüfen und im Rahmen der Umsetzung des Normkostenmodells zu berücksichtigen“, betont Königsberger- Ludwig. Weil auch sie Bedarf vor Umsetzung des Modells sehe, lädt sie zum Gespräch, um eine Übergangslösung zu finden. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass kurzfristig ein Subventionsansuchen an das Land NÖ helfen würde. Notwendig dafür ist allerdings auch die Zustimmung vom Finanzlandesrat.“