Brandstiftung bei der FH St. Pölten geklärt. Am 19. Oktober 2020 kam es im Baustellenbereich der FH St. Pölten zu einem Brand. Die Brandstifter konnten nun von der Polizei ausgeforscht werden.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 23. Februar 2021 (12:16)

Die Ermittlungen der Bediensteten des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Brand- und Explosionsdelikte, ergaben, dass von vorerst unbekannten Tätern offensichtlich an mehreren Stellen Holzpaletten mit Kartonagen zusammengehäuft und offenbar durch einen durch die Täter geworfenen ‚Böller‘ in Brand gesetzt wurden.

Dabei wurde die noch im Bau befindliche Fassade stark beschädigt bzw. teilweise zerstört. Von denselben Tätern wurde unter Zuhilfenahme von brennbarer Flüssigkeit (Kleber für Dämmstoffe) sowie Gegenständen, welche auf der Baustelle zu finden gewesen waren, im dritten Stock des Neubaus der Fachhochschule St. Pölten ein weiterer Brand initiiert, der jedoch aufgrund mangelnder Brandlast nicht ausbreitungsfähig gewesen war und deshalb von selbst erlosch.

920.000 Euro Schaden

Durch die Brandstiftung entstand zwei Baufirmen ein Gesamtschaden in der Höhe von 920.000 Euro.

Aufgrund intensiver und umfangreicher Ermittlungsarbeit sowie Sichtung von Videoaufnahmen durch Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Brand- und Explosionsdelikte, welche im Nachbereich der Fachhochschule vorhanden sind, um den Baufortschritt über die gesamte Bauzeit zu dokumentieren, konnten die Täter ausgeforscht und die Tat geklärt werden.

Dem nunmehrigen Erhebungsergebnis zufolge waren zum Zeitpunkt der Tat zumindest fünf, teilweise amtsbekannte Jugendliche am Tatort anwesend. Aus dieser Gruppe konnten vier Personen identifiziert und als Tatverdächtige ausgeforscht werden. Es handelt sich dabei um drei Staatsbürger der Russischen Föderation im Alter von 15, 16 und 18 Jahren aus St. Pölten bzw. aus dem Bezirk St. Pölten-Land sowie einem 16-jährigen Österreichischen Staatsbürger aus dem Bezirk St. Pölten-Land.

Respektloses und aggressives Verhalten

Alle Beteiligten zeigten sich gegenüber den ermittelnden Beamten bei den Einvernahmen äußerst respektlos und aggressiv. Nach anfänglichem Leugnen und Vorlage der Beweise zeigten sie sich teilgeständig und beschuldigten sich gegenseitig, die Tathandlungen begangen zu haben. Nach der Tat seien sie in Richtung eines naheliegenden Supermarktes gelaufen, wo sie sich durch die vorhandene Videoüberwachung beim Geschäft ein Alibi verschaffen wollten.

Der 16-jährige Staatsbürger der Russischen Föderation befand sich zum Zeitpunkt der Ausforschung und Einvernahme wegen Einbruchsdiebstahl mit anschließender Brandlegung und der 18-jährige Staatsbürger der Russischen Föderation wegen Raub und mehrerer Eigentumsdelikte in Untersuchungshaft.

Die Beschuldigten wurden der Staatsanwaltschaft St. Pölten zur Anzeige gebracht.