Lärmschutz in Völtendorf: Kritik vom Ministerium. Rauer Wind bläst Initiative entgegen, die bereits über 640 Unterschriften für einen besseren Lärmschutz gesammelt hat.

Von Thomas Werth. Erstellt am 05. November 2019 (12:58)
Straubinger
Laut Ministerium nehme man das Thema Lärmschutz ernst, Verständnis für Anrainer hat man hingegen weniger.

„Wir haben über 640 Unterschriften, obwohl wir persönlich erst die Waldsiedlung flächendeckend abgeklappert haben. “ Initiatorin Uschi Leonhartsberger-Schrott freut sich über den Erfolg der Unterschriftenliste für einen besseren Lärmschutz am Schießplatz Völtendorf, auf dem seit 2017 der Schusslärm stark zugenommen habe ( die NÖN berichtete, siehe hier ).

Die Unterstützung im Süden der Stadt sei groß. „Wir hören, dass viele auf uns warten, um unterschreiben zu können“, erzählt Leonhartsberger-Schrott.

„Wer neben einem Schießplatz baut, der schon seit den 1930er-Jahren besteht, muss mit Schusslärm rechnen“Ministeriumssprecher Michael Bauer

Auch Betriebe würden die Aktion unterstützen. Dazu zählt etwa die Tierklinik, da der Schusslärm vor allem Hunde verschrecke. Geschäftsführer Thomas Wiebogen-Wessely kritisiert dabei auch die Stadt: „Im Vorfeld des Neubaus gab es bei der Vergabe der Betriebsgrundstücke keine Info, womit hier zu rechnen sei.“

Stadt-Sprecher Heinz Steinbrecher weist die Vorwürfe zurück. „Bei der Tierklinik handelt es sich um einen nachträglich zugezogenen Nachbarn, dem das Vorhandensein des Schießplatzes bekannt war.“

Wenig Verständnis für die Unterschriftenliste hat Ministeriumssprecher Michael Bauer: „Wer neben einem Schießplatz baut, der schon seit den 1930er-Jahren besteht, muss mit Schusslärm rechnen. Das wird dort immer so sein – mal mehr, mal weniger.“ Zwar betont Bauer, dass man an Verbesserungen am Lärmschutz arbeite, zu große Hoffnungen sollten Anrainer aber nicht haben. „Das ist wie bei einer Lärmschutzwand an der Autobahn: Am Grundproblem wird sich nichts ändern.“