St. Pöltens Gastro liefert und hofft auf Klarheit. Einige Gastronomen kochen aus, obwohl unklar ist, ob sie Entschädigung bekommen.

Von Beate Steiner. Erstellt am 04. November 2020 (04:56)
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Viele lokale Restaurants und Gaststätten haben sich in weiser Voraussicht darauf vorbereitet, dass sie zusperren müssen, wenn Österreich mit einem zweiten Lockdown zugesperrt wird.

Die Wirte sind allerdings gerüstet, wollen Suppen, Schnitzerl, Pizzen und derzeit natürlich Ganslbraten ausliefern. Aber: Derzeit sind die Bedingungen, an die sie sich halten müssen, noch nicht klar.

Die meisten wollen die Verordnung abwarten

Zugestellt wurde den Gastronomen zwar die Verordnung, aus der sie unter §7 erfahren, dass „die Abholung von Speisen und Getränken zwischen 6 und 20 Uhr zulässig“ ist, „sofern diese nicht vor Ort konsumiert werden“. Speisen dürfen auch geliefert werden.

Allerdings ist den Wirten noch keine Verordnung zugegangen, die bestätigt, dass sie auch in den Genuss der vom Finanzminister versprochenen Vergütung kommen, wenn sie ihren Betrieb nicht komplett stilllegen.

Mario Pulker, Spartenobmann für Tourismus in der Wirtschaftskammer, bestätigt zwar, dass „der Umsatzersatz von 80 Prozent für alle Gastronomen als Pauschalvergütung gelten soll – unabhängig davon, ob sie ganz zusperren im November oder Liefer- und Abholservice anbieten.“ Das hätte er mit Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger so besprochen.

Die meisten Gastronomen wollen trotzdem abwarten, bis ihnen die Verordnung schriftlich zugegangen ist. „Wir haben vor, Speisen wie beim ersten Lockdown zu liefern, sobald alles rechtlich geklärt ist“, sagt etwa Matthias Strunz von der Gaststätte Figl in Ratzersdorf.

Das Dolce Vita am Rathausplatz ist ebenfalls in Warteposition wie auch das Vinzenz Pauli, das auf der Website informiert: „Unser Online-Shop ist zurzeit in Arbeit“.

Griechen und GH Ambichl haben „corona-geöffnet“

St. Pöltens Wirte-Chef Leo Graf kocht aus, bietet Abholservice und liefert von Montag bis Sonntag, „aber nur bis 15 Uhr. Wie es weitergeht, entscheiden wir dann, wenn klar ist, ob auch die eine Förderung bekommen, die ihre Gäste beliefern.“

Das La Ciccia hat sein Hungerfenster wieder geöffnet, dort können Speisen mittags und abends abgeholt werden. Auch das neue asiatische Lokal Anchan am Mühlweg macht weiter, bietet sogar Mittagsmenüs zum Abholen an. „Corona-geöffnet“ haben auch das Poseidon und Souvlaki sowie das Gasthaus Ambichl in St. Georgen.

Wirklich offen halten im November Gastro-Betriebe, die entweder auch Handel betreiben oder grundsätzlich Abhol- und Lieferservice anbieten. Wie das Punschkrapferl in Wagram, wo die Mehlspeisen zwar nicht in der Konditorei genossen werden, aber von Dienstag bis Sonntag Backwaren dort abgeholt werden können.

Ähnliches gilt für das Supperiör in der Rathausgasse – die Bio-Suppen stehen vor Ort bereit und werden vom Fahrradkurier ausgeliefert. Und auch bei Parzer & Reibenwein am Roßmarkt sind die Regale mit „Proviantglasln“ gefüllt, die mitgenommen werden können.