Tierquälerei in St. Pölten: „Hund hat viel gebellt“. 21-Jährige schnürte ihrem Vierbeiner eine Woche lang die Schnauze zu. Vor Gericht setzte es zehn Monate auf Bewährung.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 18. November 2019 (15:23)
Unsagbare Qualen musste die achtjährige Hündin Carrie erleiden.
Straubinger

„Ich wollte nicht, dass es so weit kommt“, sagt das 21-jährige Ex-Frauchen von Chihuahua-Hündin Carrie nun vor Gericht. „Die Hündin war anhänglich, wollte nicht allein sein und hat viel gebellt. Ich wollte nicht, dass sich die Nachbarn beschweren“, erklärt sie. Die St. Pöltnerin schnürte den Maulkorb mit dem Träger eines BHs so fest, dass der Vierbeiner schwer verletzt wurde.

Wegen Tierquälerei wird der Frau nun am Landesgericht der Prozess gemacht. „Die Angeklagte hat die Hündin vor sich hinsiechen lassen“, wirft die Staatsanwältin vor. Bis in das Zahnfleisch reichten die Wunden. Haut, Bindegewebe und Muskeln waren abgestorben. „Nekrose bis in die unteren Muskelschichten“, attestierte ein Tierarzt. Gebrochen war der Oberschenkel des Hundes.

Den Maulkorb entfernt habe sie nach einer Woche, „weil sie nicht mehr gebellt hat“. Mit dem Knochenbruch habe sie nichts zu tun. „Der Hund hatte viele Vorbesitzer“, sagt sie. Nichts von all dem bemerkt habe der Lebensgefährte der Angeklagten: „Ich spiele den ganzen Tag Computer.“

Von der Misshandlung erfuhr, wie berichtet, eine Tierschützerin via Facebook. Sie fuhr zur Wohnung der Angeklagten, nahm im Stiegenhaus Verwesungsgeruch wahr. In einer Tierklinik wurde Carrie dann notversorgt, die Kosten für Operationen und die Pflege übernahm der Tierschutzverein St. Pölten.

Bereits vor Jahren war der 21-Jährigen ein Hund abgenommen worden. „Wegen eines massiven Hämatoms auf der Schnauze und einer Rissverletzung am Knie“, so der Richter.

Für die 21-Jährige setzt es zehn Monate auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.