FH St. Pölten: Vorsorge gegen Plagiat. Seit elf Jahren werden Abschlussarbeiten an der FH durch eine Software geprüft. Ein Studierender wurde exmatrikuliert.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 05. Februar 2021 (03:50)
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Über die Plagiatsvorwürfe gegen die ehemalige ÖVP-Ministerin Christine Aschbacher diskutierte das ganze Land. „Jede Hochschule wünscht sich, dass ihr so etwas erspart bleibt“, erzählt Kollegiumsleiter Alois Frotschnig. Ihm zufolge gehört es zur Sorgfaltspflicht, im Vorfeld auf Plagiate zu prüfen.

Seit 2009 wird an der FH St. Pölten jede Bachelor- und Masterarbeit durch eine Software kontrolliert. Sie greift auf deutsche und englische Quellen zurück. Kopierte Programmcodes oder Diagramme kann die Software allerdings nicht erkennen. Zusätzlich brauche es daher Sorgfalt und fachliche Kompetenz der Lehrenden.

Darüber hinaus hat das Kollegium damals einen Ablaufplan und verschiedene Maßnahmen festgelegt. „Verdachtsfälle und Ermahnungen gibt es immer wieder mal“, räumt Frotschnig ein. Bei leichten Vergehen erhalte die Person zwar ein „Nicht Genügend“, jedoch auch eine zweite Chance mit neuem Thema und neuem Betreuer. Bei wiederholtem Schummeln und schweren Vergehen werde die Person vom Studium ausgeschlossen. Innerhalb der letzten elf Jahre kam das einmal vor. Erfahrungen mit älteren Fällen gebe es keine.

„Verdachtsfälle und Ermahnungen gibt es immer wieder mal“

„Ich glaube, dass wir verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen“, ist Frotschnig überzeugt. Um Plagiate zu verhindern, stehe wissenschaftliches Arbeiten schon zu Studienbeginn auf dem Lehrplan. Neben klaren Regeln und kompetenten Studierenden ist für ihn auch die Betreuung zentral: „Es ist auch die Frage, wie viel Zeit man Lehrenden zur Verfügung stellt, damit sie verantwortungsvoll und gut betreuen.“