Verschiedene Wohnformen: Diversität in St. Pölten beim Thema Wohnen

Erstellt am 27. Juni 2022 | 05:21
Lesezeit: 4 Min
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Die Alpenland verwaltet das betreute Wohnen am Siegfried-Ludwig-Platz.
Foto: Alpenland
Spezielle Objekte und Einrichtungen bieten Jungen sowie Älteren, Menschen mit Behinderungen und mehr einen Platz.
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Foto: NOEN

Die Landeshauptstadt weist einige besondere Wohnprojekte auf. Der dieswöchige Schwerpunkt widmet sich Wohnformen wie jungem Wohnen, betreutem Wohnen oder Wohnen mit Behinderungen.

„Behindert leben. Betreut wohnen“, ist der Leitspruch des DomiZiel in Spratzern. Die Einrichtung der Caritas bietet einen „möglichst normalen Wohnalltag“ für ihre 34 Bewohnerinnen und Bewohner, erzählt Leiter Martin Kühnl.

Allerdings gibt es keine freien Plätze mehr und noch viel schwieriger ist die Suche nach Personal. Zumindest wurde dem DomiZiel ein Zubau gesichert. In zwei zusätzlichen Stockwerken können dann 28 Personen teilbetreut werden.

Auch der Verein Wohnen gibt Menschen mit Behinderungen Raum. 2021 haben 14 Personen im Wohnhaus in St. Pölten gewohnt, sie werden teilbetreut.

Psychische Probleme nehmen zu

Die Emmaus betreut vier Wohnheime in St. Pölten. Sowohl im Frauenwohnheim als auch im Wohnheim Herzogenburger Straße wäre Bedarf für mehr Kapazitäten. „Die Herausforderungen haben sich geändert“, meint Birgit Hinterhofer von Emmaus, „den klassischen Sozialhilfegast gibt es weniger. Unsere Gäste haben oft psychische Diagnosen, bei denen eine Vollbetreuung notwendig wäre.“

Sowohl die Emmaus als auch der Verein Wohnen unterstützen Personen am Weg in die Selbstständigkeit. 87 Menschen wohnen insgesamt in Einrichtungen der Emmaus. Gerade im Frauenwohnheim war Covid zu spüren, die Anfragen gingen zurück, „viele haben sich nicht getraut, aus ihrer gewohnten, wenn auch belastenden, Situation zu gehen.“

„Ziel ist ein selbstständiges Wohnen.“ ingrid neuhauser Geschäftsführerin Verein Wohnen

Im Wohnheim Viehofen falle vor allem auf, dass die Männer körperlich und geistig belasteter sowie jünger werden.

1.400 Personen fanden 2021 ein Zuhause in einer Wohnung des Vereins Wohnen. „Das Ziel ist ein selbstständiges Wohnen in einer nachhaltig leistbaren Wohnung“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Neuhauser. Auch sie bemerkt, dass die psychische Belastung bei den Menschen steigt. Außerdem gebe es mehr Anfragen von Menschen aus der Ukraine.

Betreutes Wohnen für die ältere Generation

Angebote zum Betreuten Wohnen gibt es aber nicht nur für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Problemen, sondern auch für ältere Personen. Die „Heimat Österreich“ verwaltet das betreute Wohnen in der Karl-Renner-Promenade: „Die Wohnform ermöglicht eine selbstständige Lebensführung in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter“, erklärt Geschäftsführerin Sandra Bauernfeind.

Die Caritas übernimmt die Betreuung und die Bewohner werden bei Wunsch bei Behördengängen unterstützt und können an Aktivitäten teilnehmen. „Ziel ist es, Personen in unterschiedlichen Lebensphasen geeigneten leistbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, erklärt Bauernfeind.

Alpenland-Geschäftsführerin Isabella Stickler schließt sich ihrer Kollegin an: „Bei jeder Projektentwicklung legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die speziellen Bedürfnisse der unterschiedlichen Personengruppen und errichten dann je nach regionalem Bedarf für junge Menschen, Familien genauso wie für die ältere Generation.“ In St. Pölten verwaltet die Alpenland 61 Wohnungen für betreutes Wohnen.

So wie für ältere Personen gibt es auch für junge Menschen in der Stadt eigene Projekte, zum Beispiel die Campus-Villa bei der FH, das Wihast-Wohnheim oder das Junge Wohnen der St. Pöltner Wohnbaugenossenschaft. Die sieht junges Wohnen als zukunftsweisend. Ihr Projekt wurde auch schon mit dem Wohnbaupreis ausgezeichnet. Allerdings könne es gerade in diesen Objekten zu erhöhter Lärm- und Schmutzentwicklung kommen.

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