Schon die Römer bauten eine Stadtmauer in St. Pölten. Am Leiner-Areal stießen die Archäologen auf eine Befestigung samt Turm. Das unterstreicht die damalige Bedeutung der Stadt.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. April 2021 (04:46)
Die Archäologen fördern weiter wissenschaftliche Sensationen aus den Böden. Am und um das Leiner-Areal entdeckten sie eine römische Stadtmauer und einen mittelalterlichen Töpferofen.
Stadtmuseum St. Pölten

Die Ausgrabungen auf dem Domplatz sind abgeschlossen, dennoch erweist sich St. Pölten immer noch als Eldorado für Archäologen. Vor allem Funde am Leiner-Areal lassen die Herzen der Wissenschaftler höher schlagen. Am Roßmarkt kam nun eine bedeutende römische Anlage zum Vorschein, die eine Befestigung des römischen Aelium Cetium nachweist.
Bereits im Vorjahr kam bei Grabungen am Karmeliterhof und in der Linzer Straße ein großer Wehrgraben zum Vorschein. Obendrein fanden die Archäologen Überreste einer Toranlage in der Heßstraße.

Aelium Cetium war eine befestigte Stadt

Nun förderte das Team rund um Stadtarchäologen Ronald Risy bei Grabungsarbeiten am Leiner-Areal eine weitere Sensation zutage. Sie besteht aus der 1,8 Meter breiten Nord-Süd verlaufenden Mauer und einem nach Osten vorspringenden Turm. „Das kann durchaus als Stadtmauer interpretiert werden. Das lässt vermuten, dass es in Aelium Cetium entgegen bisheriger Meinung eine Stadtbefestigung gegeben haben könnte“, erklärt Stadtarchäologe Ronald Risy.

Die Archäologen fördern weiter wissenschaftliche Sensationen aus den Böden. Am und um das Leiner-Areal entdeckten sie eine römische Stadtmauer und einen mittelalterlichen Töpferofen.
Stadtmuseum St. Pölten

Gefunden wurde an der heutigen Heitzlergasse auch ein Töpferofen sowie Keramik. Dabei dürfte es sich um ein Töpferviertel des 13. und 14. Jahrhunderts handeln. Aktuell durchkämmen die Archäologen Baustellen am Riemerplatz, in der Rathausgasse, in der Wiener Straße und am Europaplatz.