Megaprojekt in St. Pölten: Polizei bündelt Kräfte. Im Westen der niederösterreichischen Landeshauptstadt entsteht ein Standort für bis zu 1.600 Polizisten.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 12. Januar 2021 (18:00)
In unmittelbarer Nähe zum jetzigen Standort des Landeskriminalamts im Westen St. Pöltens entsteht bis 2026 ein neues Sicherheitszentrum der Polizei und weiterer Behörden.
LPD NÖ Dieter Hoeller

In St. Pölten entsteht ein Sicherheitszentrum, an dem bis zu 1.600 Polizisten stationiert sein könnten. Gebaut wird beim LKA auf der Schanze, wo bis Dezember noch die Covid-Teststraße entlangführte. Das bestätigt nun das Bundesministerium für Inneres (BMI).

Erste Hinweise auf das Großprojekt lieferte ein Beschluss im St. Pöltner Gemeinderat. Die Stadt St. Pölten kauft demnach ein Grundstück in Klein-Hain in der Nachbargemeinde Groß-Rust als Tauschgrundstück. Wo das Sicherheitszentrum seinen Standort haben wird, war damals allerdings noch geheim. Jetzt hat das Innenministerium Details preisgegeben. Im ersten Halbjahr 2021 wird noch geplant. Ende 2025/Anfang 2026 soll das neue Sicherheitszentrum am neuen Standort fertig sein.

„Die Stadt hat alle Vorsorgemaßnahmen erledigt. Von städtischer Seite sind alle Grundstücke vorhanden“ Matthias Stadler, Bürgermeister St. Pölten

„In einer ersten Phase wird die Unterbringung der Landespolizeidirektion NÖ samt Einsatztrainingszentrum angestrebt“, erklärt Patrick Maierhofer, Ressortsprecher des BMI. Die Landespolizeidirektion residiert derzeit noch in der Herrengasse 1 im Regierungsviertel.

In einem weiteren Schritt soll der Ausbau für die Regionaldirektion des Bundesamts für Fremdenrecht und Asyl und des Bildungszentrums Niederösterreich erfolgen.

Derzeit sind die Landespolizeidirektion sowie weitere zentrale Dienststellen des BMI an vier verschiedenen Standorten in St. Pölten untergebracht. Darunter die Logistikabteilung und die Diensthundeabteilung. Diese werden stark erweitert. Die Zusammenführung der Dienststellen an einem Standort soll laut Maierhofer die Effizienz erhöhen und Synergieeffekte bringen. Darüber hinaus will man durch optimale Arbeitsbedingungen die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen. Den Bürgern soll auch der Zugang zu den Leistungen der Sicherheitsbehörden erleichtert werden. „Die Erweiterung des bestehenden Standortes erwies sich einer Beurteilung als wirtschaftlichste und praktikabelste Lösung“, so Maierhofer.

Die Diensthunde-Abteilung ist bereits auf der Schanze untergebracht. Nun kommen noch weitere Institutionen der Polizei hinzu.
Wohlmann

Ganz neu wird es am Standort ein Einsatztrainingszentrum geben. Bislang gibt es solche Einrichtungen an mehreren Standorten in Wien, etwa in Erdberg. In Niederösterreich sei die Errichtung eines Einsatztrainingszentrums längt überfällig, wie Sprecher Maierhofer betont. In einem derartigen Zentrum üben Polizisten reale Einsätze, etwa, wie man Angriffe in beengten Räumen wie Wohnungen oder Vorhäusern abwehrt. Polizisten sollen dort mehrmals jährlich Einsatzzenarien trainieren.

St. Pölten liefert Flächen für die Realisierung

„Die Stadt hat alle Vorsorgemaßnahmen für die Realisierung erledigt. Von städtischer Seite sind also alle Grundstücke und Tauschgrundstücke vorhanden“, bestätigt auch Bürgermeister Matthias Stadler. Über Details wollte er keine Auskunft geben und verwies auf zuständige Stellen des Landes Niederösterreich. „Wir haben uns immer zu einem Sicherheitszentrum bekannt“, heißt es aus dem Land. Stadt und Land seien jedenfalls in guten Gesprächen bezüglich der noch offenen Grundstückseinlösungen. „Läuft alles nach Plan, kann dieser im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden“, so Stadler.