Trmal-Show bei Offensivfeuerwerk. Nach der bitteren Pleite im Cup-Halbfinale meldet sich der SKN St. Pölten in der Liga gegen Wels eindrucksvoll zurück. Florian Trmal mit 32 Punkten überragend.

Von Manuel Burger. Erstellt am 08. Februar 2020 (21:20)
APA (AFP)

ST. PÖLTEN - WELS 96:78. Was für ein Offensivspektakel der St. Pöltner Basketballer. Bisher hatte der SKN nur einmal in dieser Saison nach 40 Minuten mehr Punkte auf dem Scoreboard stehen, nämlich beim 98:75 in Graz. Am Samstagabend knackten Trmal und Co diese Marke beinahe, schrammten zudem auch nur hauchdünn am "Hunderter" vorbei. Und das, obwohl mit Jalalpoor (grippaler Infekt) ein Highscorer fehlte. "96 Punkte ohne Philip sind eine verdammt starke Leistung", war Headcoach Andreas Worenz glücklich.

Von Beginn an hochprozentig

Die Niederösterreicher legten von Beginn an ein hohes Tempo an den Tag und trafen hochprozentig. Ein früher 9:0-Lauf brachte eine 9:2-Führung in Minute drei. Nach 5,5 Minuten hatte der SKN schon 20 Punkte auf der Habenseite, vier der ersten fünf Dreier fanden ihr Ziel. Trmal (neun), Lewis und Kolaric (je sieben) sorgten federführend für eine glänzende 29:20-Führung nach dem ersten Viertel.

Die prompte Reaktion

Einen Schockmoment hatten die Gastgeber zu Beginn des zweiten Abschnitts zu verkraften: 0:8. Wels war auf einen Zähler dran, Trmal und Lewis mit verwandelten Dreipunktwürfen sowie Jagsch mit fünf folgenden Punkten stellten die Kräfteverhältnisse nach einem 11:2-Run aber schnell wieder klar: 40:30. St. Pölten hielt die Neun-Punkte-Führung aus Viertel eins bis zum Seitenwechsel. Trmal markierte in den zweiten zehn Minuten erneut neun Zähler.

Trmal lange auf 40-Punkte-Kurs

Die Entscheidung im Spiel fiel im dritten Viertel. Trmal (elf Punkte) hielt seine unfassbare Performance aufrecht, verwandelte seine ersten zehn Zwei-Punkt-Würfe allesamt. Der Topscorer hatte in Minute 26 bereits 29 Zähler, seine Truppe eine 20-Punkte-Führung (66:46) in der Tasche. Wels kam nach einem 11:2-Lauf zwar noch einmal auf minus elf heran, hatte dann aber gegen das permanente St. Pöltner Offensivfeuerwerk nichts mehr entgegenzusetzen. Marello mit fünf Punkten und Lewis mit einem Dreier ließen den SKN endgültig davonziehen: 76:59 nach 30 Minuten.

Marello mit Sensationsquote

Im letzten Viertel (20:19) zeigte Benjamin Marello mit fünf verwandelten Zweiern auf. Der Neuzugang verwandelte neun seiner zehn Würfe: 18 Zähler in 22 Minuten. Worenz: "Er hat phänomenale Stats." Seine Formkurve steigt weiter an. Die von Trmal ist die ganze Saison schon am oberen Limit: 32 Punkte waren es am Ende für den besten Werfer der Liga. Nur eine Verletzung warf ihn jüngst etwas aus der Bahn. "Er ist wieder da. Ich habe gewusst, dass er heute ein Bombenspiel abliefern wird", schätzt auch Worenz seinen Leader sehr hoch ein.

SKN ST. PÖLTEN - FLYERS WELS 96:78 (29:20, 50:41, 76:59).

SKN: Trmal 32, Lewis 20, Marello 18, Kolaric 11, Jagsch 11, S. Kaltenbrunner 2, Koroschitz 2, Wonisch, Böck, N. Kaltenbrunner, Blasch, Rückert.

Wels: Ray 13, Jackson 12, Lamesic 12, Delaney 12, Zulic 7, Blazevic 6, Klette 5, Csebits 5, Letic 4, Jakupovic 2.