Bezirk St. Pölten: Bald läuten die Schulen die Sommerferien ein

Erstellt am 28. Juni 2022 | 20:04
Lesezeit: 4 Min
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Wilhelm Schulz-Stranitzky beschließt sein letztes Schuljahr in Wilhelmsburg.
Foto: Inge Moser
Ein weiteres Schuljahr inmitten einer Pandemie ist geschafft. Schulen und eine Expertin ziehen Bilanz.
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Bald geht es für die Kinder und Jugendlichen in die Sommerpause. Auch dieses Schuljahr war geprägt von wechselnden Covid-Maßnahmen. Die Bildungsdirektion hat jetzt außerdem die personellen Änderungen bei den Schulleitungen für das kommende Schuljahr bekannt gegeben. Im Bezirk geht ein Direktor in den Ruhestand: Wilhelm Schulz-Stranitzky aus Wilhelmsburg.

Im Februar 2013 begann Schulz-Stranitzky in der Schule Nord als Direktor der Hauptschule. Zwischendurch übernahm er von 2013 bis 2015 auch das Poly in Wilhelmsburg und war NMS-Direktor für zwei Tage in der Woche in Neulengbach. Als dann der Direktor der Sonderschule mit zwei Klassen in Pension ging, übernahm er auch diese ab dem Schuljahr 2017/2018.

„Als ich damals hier angefangen habe, war das eine große Herausforderung für mich, da die Umstellung von der Hauptschule auf die Neue Mittelschule viele organisatorische Änderungen bedeutete“, erinnert er sich, „aber wir haben alle an einem Strang gezogen.“

Derzeit bewegt sich die Schülerzahl zwischen 160 und 180 Kindern, das Lehrerteam bei zirka 30 Personen. „Für mich war es einfach der Traumberuf, ich war Lehrer mit Herz und Seele“, sagt er, denn auf die Pädak ging er erst im zweiten Bildungsweg mit 24.

Unterricht „wie früher einmal“

Er geht in einer turbulenten Zeit, Covid hängt immer noch als Damoklesschwert über den Schulen. Die Sorge vor Klassen- und Schulschließungen sei dauerpräsent im vergangenen Schuljahr gewesen, sagt die Direktorin des Mary-Ward-Privatgymnasiums Ulrike Zirbs (Pfiel).

Im zweiten Semester war schon aber fast ein Unterricht „wie früher einmal“ möglich. Präsenzlehre und Schulveranstaltungen gaben ein Gefühl von Normalität. Zirbs: „Besonders erleichtert bin ich, dass die Matura ohne Komplikationen abgelaufen ist.“

Arbeit geht weiter im Sommer

Läutet der Schulschluss für die Schüler neun Wochen Ferien ein, geht die Arbeit an der Mittelschule in Böheimkirchen weiter. So stehen für Schulleiter Gottfried Lammerhuber in den nächsten Wochen diverse Abschlüsse, Abrechnungen und Planungen für das kommende Schuljahr auf dem Programm.

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Schulleiter Gottfried Lammerhuber (l.) und Schulwart Andreas Kerschbaumer warten auf den Ferienstart, um weiterzuarbeiten.
Foto: Michael Fusko

„Außerdem stehen die Verhandlungen mit dem neuen Betreiber des Schulbuffets kurz vor dem Abschluss und es sind einige Besprechungen mit der Gemeinde geplant“, skizziert Lammerhuber seine Aufgaben. Kopfzerbrechen bereiten ihm noch die unbesetzten Lehrstellen. „Wir haben derzeit 43 aktive Kollegen, drei bis vier weitere Lehrer wären notwendig“, so der Schulleiter.

Während der Ferien wird das gesamte Haus gereinigt und auf Schäden geprüft. Die Koordination dieser wichtigen Arbeiten liegt bei Schulwart Andreas Kerschbaumer, der seit rund fünf Jahren an der Schule ist.

„Zahlreiche Reparaturen an den Räumen und dem Inventar stehen bevor. Dazu kommt die Reinigung des gesamten Komplexes gemeinsam mit vier Arbeiterinnen der Gemeinde. Rund 25 Räume mit jeweils etwa 80 m² sind auf Hochglanz zu bringen, ebenso der 400 m² große Turnsaal und alle Gänge und Sanitäranlagen“, so Kerschbaumer.

„Leistungsdruck lastet schwer“

Tagtäglich spricht Kassenpsychotherapeutin Margit Schmied mit Kindern und Jugendlichen. Und sie merkt: „Dieser enorme Leistungs- und Notendruck lastet schwer.“ Trotz über zwei Jahren Pandemie werde wenig Rücksicht genommen und das Bildungssystem sei überlastet. Resultat: Viele junge Menschen leiden unter psychischen und auch körperlichen Problemen, doch es gibt nicht genug Kapazitäten, um ihnen zu helfen.

Gerade die Ferien können jetzt Erholung bieten. In ihre Gestaltung sollte der Nachwuchs aktiv miteinbezogen werden, plädiert Schmied. Und wenn es Nachprüfungen oder schlechte Noten gibt, seien Vorwürfe der falsche Weg.

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