Wilhelmsburger Museum zeigt Blick auf 100 Jahre Klo & Co

Erstellt am 28. Mai 2022 | 04:37
Lesezeit: 2 Min
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Präsident Roland Schwab vom Verein „Freunde der Wilhelmsburger Keramik“ mit Steingutsammler Bernd Kirsch und Geschirr-Museum-Direktor Manfred Schönleitner in der Ausstellung „100 Jahre Sanitärkeramik“.
Foto: Inge Moser
Geschirr-Museum widmet sich Produktion von Sanitärkeramik in Wilhelmsburg.
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„Der Sonderausstellungsraum gibt einen kleinen Einblick in die Sanitärkeramik-Produktion in unserer Stadt und die damit verbundene Firmengeschichte“, erklärt Direktor Manfred Schönleitner zur neuen Ausstellung im Geschirr-Museum.

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Das Klosett „Type Nautilus“ wurde auf Wunsch eines Scheichs Anfang der 1980er-Jahre produziert, der Auftrag jedoch storniert, da ein Moslem seine Notdurft nicht auf einem Tier verrichten sollte.
Foto: Foto Inge Moser

1922 startete die Produktion von sanitären Spülwaren (vor allem Klosetts) in Wilhelmsburg. Firmenwortlaut seit 1919 war Wilhelmsburger Steingutfabriks G.m.b.H. Nachttöpfe, Bettschüsseln, Lavoirs, Bidets und mehr wurden bereits davor produziert. Vor 1922 war die Produktion aufgeteilt auf die drei zusammengehörigen Werke Znaim, Teplitz und Wilhelmsburg.

1925 lautete der Firmenname Wilhelmsburger Steingutfabrik Lichten stern & Co. Die erste Inbetriebnahme eines Tunnelofens war 1928. Aufgrund des Einstiegs in die Porzellanerzeugung war der Firmenwortlaut 1935 Wilhelmsburger Steingut- und Porzellanfabrik AG. 2020 war Produktionsende in Wilhelmsburg. Derzeit wird Sanitärkeramik der Marke Laufen noch im Werk Gmunden produziert.

Zu sehen ist jetzt etwa das erste elektrisch gebrannte Waschbecken aus dem Jahr 1932 aus dem damaligen Schwesternwerk Teplitz (einstige Tschechoslowakei) und auch ein Urinal aus den 1930er-Jahren aus Wilhelmsburg ist Teil der Ausstellung.

Spezielle Stücke hat „Steingutsammler“ Bernd Kirsch aus St. Pölten dem Geschirr-Museum zur Verfügung gestellt. „Ich sammle seit 50 Jahren mit großer Freude“, so Kirsch. Die Sonderschau soll dabei nur der Anfang sein. Eine Fortführung in einer Dauerausstellung ist angedacht.

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