Ernst Stöhr: Der große Symbolist aus der Traisenstadt. Eingebettet in die permanente Jugendstil-Ausstellung im Stadtmuseum, gibt es ab sofort Künstler Ernst Stöhr neu zu entdecken.

Erstellt am 01. Dezember 2017 (15:15)
Auge in Auge mit dem großenSt. Pöltner Künstler: Thomas Pulle vor Ernst Stöhrs Selbstporträt.
NOEN, Peter Kaiser

„Die Augen sind entzündet, insgesamt vermittelt das letzte Selbstportrait von Ernst Stöhr einen kränklichen Eindruck.“ Für Thomas Pulle, den Leiter des Stadtmuseums und Kurator der Ausstellung, ist es eines der faszinierendsten Bilder der Werkschau über den großen St. Pöltner Künstler. „Es verweist durch Kleidung, Kontraste und Komposition auf den inneren Reichtum des Mannes, aber auch auf seine heftigen Gemütsschwankungen. Immerhin ist das Entstehungsjahr 1917 zugleich das Todesjahr des Künstlers.“

Stöhr war ein universaler Künstler

Die Werkschau versammelt anlässlich Stöhrs 100. Todestag erstmals die Bestände des Museums und Bilder aus Privatbesitz. Der 1860 in St. Pölten geborene Stöhr war ein universaler Künstler: Dichter und Komponist von symbolistisch-pathetischen Werken, vor allem aber ein akribischer Maler, dessen Meisterschaft sich besonders in seinen Portraits, Akten und somnambulen Frauendarstellungen zeigt.

Er war federführend in der Wiener Secession, Mentor zum Beispiel von Ferdinand Andri, und für den St. Pöltner Musikverein schuf er Bühnenbilder. Allen Bewohnern und Besuchern der St. Pöltner Innenstadt schwebt seine herrliche Hygieia mit der Äskulap-Natter hoch oben am „Olbrich-Haus“ in der Kremser Gasse Nr. 41 über den Köpfen.

Die Ausstellung läuft bis 8. April 2018.