Erstellt am 09. Mai 2011, 00:00

Spaziergänger. Vorsprung noch weiter ausbauen, die

 |  NOEN
VON SANDRA RAMSAUER-HOFER

ST. PÖLTEN / „Stadler kommt gut an, er ist ein Bürgermeister mit ausgesprochen guten Werten.“ Meinungsforscher Peter Hajek weiß, wovon er spricht. Er hat die Fakten schwarz auf weiß vor sich liegen. Der Chef des Institutes „Public Opinion Strategies“ ließ 500 Wahlberechtige St. Pöltner und St. Pöltnerinnen zum Ausgang der Gemeinderatswahl am ersten Feriensonntag, 3. Juli, befragen.
Das Ergebnis der NÖN-Exklusiv-Umfrage in Kurzform: Der SPÖ-Bürgermeister legt einen Solosieg hin. Die ÖVP verliert, die FPÖ mit Neo-Spitzenkandidat Hermann Nonner kommt - gegen jeden Trend - nicht so richtig in Fahrt und bleibt sogar hinter den Grünen.

Unschlagbare SPÖ in der Landeshauptstadt

Eines war klar: An der Position von SP-Stadtchef Matthias Stadler ist nicht zu rütteln, an seinem Sessel nicht zu sägen. Dass der Politiker mit seiner Partei aber dermaßen zulegt, ist überraschend. Auch für Meinungsforscher Peter Hajek. Laut Umfrage würden die Sozialdemokraten die 60-Prozent-Marke (bei der vergangenen Wahl am 8. Oktober 2006 erreichte die Partei 59,61 Prozent) überschreiten. Und das deutlich. Um ganze 4,4 Prozent.
„Es sind ja noch fast zwei Monate bis zur Wahl, da kann sich schon noch etwas ändern“, erklärt Hajek. „Derzeit sieht es aber so aus, dass die Lage sehr stabil ist.“ Matthias Stadler sei eben „beliebt“. Sogar 25 Prozent der ÖVP-Wähler würden auf den amtierenden SP-Bürgermeister als Person setzen, fügt der Meinungsforscher hinzu. Keine einfache Ausgangsposition für die ÖVP, schon gar nicht für den neuen Spitzenkandidaten Matthias Adl, der zwar alles probiert, sich zu präsentieren und in der Bevölkerung bekannt zu werden, aber wenig Zeit dafür hat.

Immerhin überrumpelte die SPÖ alle Mitbewerber-Fraktionen mit einem Wahltermin am 3. Juli - statt dem geplanten im Herbst. Kürzerer Wahlkampf, günstigerer Wahlkampf, die Arbeit muss schnell weitergehen, argumentierte Matthias Stadler die Entscheidung für den frühestmöglichen Wahltermin.
Die Konkurrenten sind sich sicher: VP-Spitzenmann Adl - der den Job erst vor wenigen Wochen von Hannes Sassmann übernommen hat - und auch den Kandidaten anderer Parteien sollte keine Zeit gelassen werden, um ihre Bekanntheit zu verbessern.
„Wäre am Sonntag Gemeinderatswahl, welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben?“, lautete die Frage. Für die Volkspartei votierten weniger als 2006. Minus 4,2 Prozent.
Bereits bei der vergangenen Wahl musste die ÖVP 1,52 Prozentpunkte einbüßen und landete bei 24,22 Prozent. Die von der NÖN in Auftrag gegebene aktuelle Umfrage prognostiziert einen Wahlausgang mit 20 Prozent für Stadt-VP.

Joker Hermann Nonner stich nicht wirklich

Hermann Nonner, einst führendes FPÖ-Mitglied, zuletzt „selbstständiger“ Polit-Kämpfer, schaffte 2006 den Einzug in das Stadtparlament mit seiner Solo-Liste „Für St. Pölten“, 2,41 Prozent der Bevölkerung stimmten für den heute 64-Jährigen.
Sein Solo-Dasein hängte er vor kurzem an den Nagel, die Freiheitlichen holten den „Bürgeranwalt“ - wie er sich selbst betitelt - wieder ins Boot. Und das als Spitzenkandidat, als „unabhängigen“, wird Hermann Nonner nicht müde, zu betonen.
Stimmenmäßige Höhenflüge dürfte der Schachzug der FPÖ aber nicht bescheren. Plus 0,3 Prozent. Das würde für die Freiheitlichen sechs statt 5,68 Prozent bedeuten nach dem 3. Juli. „Dass die FPÖ nicht entscheidend zulegt, das ist schon sehr auffallend und widerspricht den Tendenzen in allen anderen politischen Umfragen, die derzeit gemacht werden.“
Mit dem 6-Prozent-Ergebnis würde die FPÖ weiterhin hinter den Grünen, die 2006 ihre drei Sitze halten konnten, liegen.
Mit ihrem neuen Spitzenkandidaten Cagri Dogan - der Silvia Buschenreiters Platz eingenommen hat - soll die Partei ein Plus von 0,8 Prozentpunkten einfahren. Von 7,21 auf acht Prozent.
Der Rest der wahlwerbenden Truppe, etwa die Bürgerlist-Twinni-Partei „Für St. Pölten“ mit BZÖ-Frontfrau Claudia Tobias und Ex-Grün-Mandatar Samir Kesetovic, wird laut Umfrage (derzeit) noch nicht wirklich wahrgenommen.

Große Zustimmung für die Person Matthias Stadler

„Welchem der Kandidaten würden Sie Ihre Stimme geben?“, wurden die 500 St. Pöltner auch vom Institut „Public Opinion Strategies“ gefragt.
Für SP-Mann Matthias Stadler voteten 57 Prozent. Für VP-Spitzenkandidat Matthias Adl neun Prozent. Ein Prozent der Bevölkerung gab Neo-FPÖler Hermann Nonner eine Stimme.

GEMEINDERATSWAHL 8. OKTOBER 2006
• Ergebnis: Die SPÖ erreichte bei der letzten Gemeinderatswahl 59,61 Prozent - plus 3,07 Prozentpunkte im Vergleich zu 2001. Das ergabt 26 von 42 Mandaten.
Die ÖVP verlor 1,52 Prozentpunkte auf 24,22 Prozent und somit ein Mandat auf zehn.
Die Grünen konnten ihren dritten Platz und auch ihren Mandatsstand von drei Sitzen halten. Sie erreichten 7,21 Prozent.
Die FPÖ kam auf 5,68 Prozent und zwei statt drei Mandate.
Die Liste „Hermann Nonner“ schaffte den Einzug mit 2,41 Prozent - mit einem Mandat.
• Vorzugsstimmen: 2006 wurde SP-Bürgermeister Matthias Stadler als „Vorzugsstimmenkaiser“ gefeiert. Von insgesamt 27.616 gültigen Stimmen wurden 10.632 Vorzugsstimmen abgegeben - exakt 5.993, mehr als die Hälfte, für Stadler. Für den damaligen ÖVP-Spitzenkandidaten Hannes Sassmann votierten 258 Wähler.
• Ergebnis: Die SPÖ erreichte bei der letzten Gemeinderatswahl 59,61 Prozent - plus 3,07 Prozentpunkte im Vergleich zu 2001. Das ergabt 26 von 42 Mandaten.
Die ÖVP verlor 1,52 Prozentpunkte auf 24,22 Prozent und somit ein Mandat auf zehn.
Die Grünen konnten ihren dritten Platz und auch ihren Mandatsstand von drei Sitzen halten. Sie erreichten 7,21 Prozent.
Die FPÖ kam auf 5,68 Prozent und zwei statt drei Mandate.
Die Liste „Hermann Nonner“ schaffte den Einzug mit 2,41 Prozent - mit einem Mandat.
• Vorzugsstimmen: 2006 wurde SP-Bürgermeister Matthias Stadler als „Vorzugsstimmenkaiser“ gefeiert. Von insgesamt 27.616 gültigen Stimmen wurden 10.632 Vorzugsstimmen abgegeben - exakt 5.993, mehr als die Hälfte, für Stadler. Für den damaligen ÖVP-Spitzenkandidaten Hannes Sassmann votierten 258 Wähler.