Spratzern

Erstellt am 08. März 2018, 12:50

von Claudia Stöcklöcker

Gehackte Bankomaten spuckten Scheine aus. Bei Angriffen unter anderem auf Bankomat in Spratzern erbeutete Trio 177.250 Euro. Für 37-Jährigen setzt es vier Jahre Haft.

Symbolbild  |  APA

„Man hat mir gesagt, ich könnte in wenigen Wochen so viel Geld verdienen wie sonst das ganze Jahr“, sagt Daniil M. vor Richterin Alexandra Glösl am Landesgericht. In Moskau arbeitete der Russe (37) als Taxiunternehmer und konnte einem verlockenden Angebot nicht widerstehen.

Hightech-Angriff brachte Banknoten aus dem Bankomat

Mit Landsmännern reiste er nach Österreich, machte mit der „Black Box Attack“, einem Hightech-Angriff, der Bankomaten 50- und 100-Euro-Scheine ausspucken lässt, Beute. Bei Geldautomaten in Spratzern, Schwechat, Hinterbrühl, Brunn am Gebirge und Wien schritt das Trio im November 2017 achtmal zur Tat, sackte bei fünf Coups 177.250 Euro ein. In Melk klickten die Handschellen.

Laut Staatsanwältin gingen die Russen professionell vor: Mit Laptop und Smartphone rückten sie an, sperrten mit speziellem Schlüssel Bankomaten auf, stellten mit Netbook eine Verbindung her. Mit dem Handy richteten sie einen Hotspot ein, spielten über die Internetverbindung die Software auf die Bankomaten und simulierten so eine normale Geldbehebung.

Angeklagter gab Namen seiner Mittäter preis

„Ich musste übers Handy die Internetverbindung zum Netbook aufbauen“, erzählt der Angeklagte. Wo die Beute verblieben ist, kann er nicht erklären. Einer der gesondert verfolgten Mittäter habe sie einem Kurier übergeben. Der 37-Jährige wird wegen gewerbsmäßig schwerer, im Rahmen einer kriminellen Organisation durch Einbruch begangener Diebstähle schuldig gesprochen, zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Mildernd wertet der Senat, dass er die Namen der Mittäter preisgab sowie Unbescholtenheit, erschwerend hohe Professionalität und hohen Organisationsgrad. Mit dem Urteil ist der Angeklagte nicht einverstanden, gegen die Strafhöhe beruft er.