Kössler-Belegschaft: „Hoffnung schon zunichte“. Kössler-Belegschaft berichtet schon von Umstrukturierungen. Mutterkonzern Voith beschwichtigt.

Von Thomas Werth. Erstellt am 26. November 2019 (10:02)
Die Kössler-Mitarbeiter sind nach den ersten personellen Veränderungen verunsichert. Laut Voith war es ein üblicher Ablauf unabhängig von den gesellschaftsrechtlichen Änderungen.
Erna Kazic

„Leider sind unsere Hoffnungen, dass alles ,beim Alten‘ bleibt, schon zunichte gemacht“, heißt es in einem weiteren Schreiben von Kössler-Mitarbeitern an die NÖN. Das Personal erfuhr Anfang November, dass der St. Georgener Betrieb, eine hundertprozentige Tochter von Voith Hydro St. Pölten, voll in die Konzernorganisation eingebunden wird. Wie berichtet, wurde damals von Voith betont, dass bis auf den Namen alles unverändert bleiben wird.

„Leider sind unsere Hoffnungen, dass alles ,beim Alten‘ bleibt, schon zunichte gemacht“

Wenig später seien die Mitarbeiter aber bereits über Umstrukturierungen informiert worden. „Einige Kössler-Mitarbeiter im Management wurden schon durch Mitarbeiter von Voith-Hydro ersetzt“, steht in dem Schreiben. Die Verunsicherung sei daher spürbar angestiegen. „Wir wurden kaltschnäuzig angelogen und wissen nicht, wem wir künftig Glauben schenken sollen“, heißt es weiters.

Nicht verbessern wird die Verunsicherung eine Reaktion auf die Entwicklung in St. Georgen aus der ehemaligen BHS Getriebe Sonthofen GmbH im deutschen Allgäu, die 2007 von Voith gekauft wurde. „Uns wurde damals auch versichert, dass alles so bleiben soll, wie es davor gewesen ist. Zwölf Jahre später ist alles ein großer Scherbenhaufen und Voith will unser Werk im September 2020 schließen“, heißt es darin. Nach dem Verkauf sei die Personalabteilung zentralisiert und dem Betrieb die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit genommen worden. Heute sollen 500 Mitarbeiter um ihren Job zittern.

„Sie hat keinen Einfluss auf Kössler als eigenständigen Betrieb und die Geschäftstätigkeit des Unternehmens“

Voith-Sprecherin Mirjam Sander betont, dass man sich seit der Einbettung Kösslers in den Konzern auch weiterhin klar zum Standort in St. Georgen bekenne. Daran ändere auch die gesellschaftliche Verschränkung nichts. „Sie hat keinen Einfluss auf Kössler als eigenständigen Betrieb und die Geschäftstätigkeit des Unternehmens“, so Sander. Unabhängig davon müsse Voith die Wirtschaftlichkeit seiner einzelnen Standorte für die Zukunft sichern und in allen Bereichen beständig prüfen. „In diesem Zusammenhang wurde zwei Personen im Management eine neue Stelle angeboten. Solche Veränderungen sind bei der Optimierung von Unternehmensabläufen üblich und unabhängig von gesellschaftsrechtlichen Änderungen zu sehen“, erklärt Sander.

Die Voith-Sprecherin bestreitet zudem einen Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Standortes Sonthofen des Konzernbereiches Voith Turbo. „Die Planungen bei Voith Turbo haben keinen Bezug zu anderen Konzernbereichen oder Tochtergesellschaften.“