20 Jahre Omadienst: weitere Omas werden gesucht

Erstellt am 29. September 2022 | 09:34
Lesezeit: 4 Min
Festakt 20 Jahre Omadienst in St. Pölten
Foto: Wolfgang Zarl
Der Oma-/Opadienst des Familienverbandes der Diözese St. Pölten feierte jetzt sein 20-Jahr-Jubiläum. Kritik gibt es an der Kinderbetreuungs-Offensive des Landes, die das Kindeswohl dem Wohle der Wirtschaft unterordnet.
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"Wir alle wissen, wie wertvoll die Erfahrung, die Zeit, Ruhe und Gelassenheit ist, die uns Großeltern schenken können", heißt es vom Katholischen Familienverband der Diözese St. Pölten. Doch was ist, wenn die eigenen Großeltern nicht in der Nähe sind oder anderweitig verhindert sind? Hier hilft der Oma-/Opadienst des Familienverbandes der Diözese St. Pölten. Dieser feierte jetzt sein 20-Jahr-Jubiläum berichtet.

Im Jahr 2002 kamen zu den Tagesmüttern der Leihomadienst zum Familienverband der Diözese St. Pölten. Was zunächst auf Diözesangebiet beschränkt war, wurde unter Margarita Kalteis, die den Omadienst von 2005-2018 leitete, auf ganz Niederösterreich ausgeweitet.

Ihr unermüdliches Engagement, ihre regelmäßige Präsenz auf Pfarrfesten sowie unzählige Gespräche mit Gemeinden, konnte Frau Kalteis mehr und mehr und immer wieder neu Interessierte und Entscheidungsträger für die Sache gewinnen. Neue Leihomas/-opas werden auf diese Art gewonnen, Familien erhalten Unterstützung, Organisationen wie die Frühen Hilfen u.a. begannen beim Familienverband, was Kinderbetreuung betraf, anzusuchen.

So entstanden bis heute andauernde Vernetzungen mit großem Mehrwert. Kalteis´ Art stets mit Treffsicherheit die richtigen Leute anzusprechen, ließen den Omadienst in ganz Niederösterreich wachsen. Der Omadienst etablierte sich zur Marke und hat seitdem schon hunderten Familien den Alltag erleichtert oder manche Krisensituationen entschärft.

Der Omadienst ist eine Win-Win-Situation für alle: Eltern werden durch Leihomas und Leihopas entlastet, Kinder gewinnen Ersatzgroßeltern, wenn die eigenen nicht präsent sein können. Für ältere Menschen bietet der Oma-/Opadienst auch nach Ausübung Ihres Berufes bzw. der Beendigung ihrer Erziehungsarbeit wieder eine sinnvolle Tätigkeit, der sie nachgehen können.

Um Familien bestmöglich zu unterstützen, bietet der Katholische Familienverband der Diözese St. Pölten schon seit einigen Jahrzehnten Tagesmütter an. 2002 wollte man aber zusätzlich einen Dienst anbieten, der die Eltern fallweise unterstützen sollte bei Erledigungen, Amtswegen, Arztbesuchen oder nur zum Einkaufen. Da bei solchen Gelegenheiten meist die Großeltern einspringen, wollte man auch diese Generation ansprechen, um Familien, deren Großeltern aus unterschiedlichsten Gründen nicht greifbar sind, die Möglichkeit zu bieten, Omas oder Opas zu ,leihen‘“, berichtet Alexandra Schadinger, die den Omadienst betreut.

Bei einem Festakt in St. Pölten wurde dies mit Leihomas, dem neuen Familienverbands-Vorsitzenden Peter Pitzinger, Altbischof Klaus Küng und Ehrengäs­ten gefeiert. 500 Omas und Opas haben in den letzten 20 Jahren 2500 Kinder in ganz Niederösterreich betreut und das war ein Grund zu feiern und vor allem Danke zu sagen.

Wahlfreiheit und Selbständigkeit der Familie

Familienverbands-Vorsitzender Pitzinger sagte in seiner Rede beim Festakt: „Für mich steht die Wahlfreiheit und Selbständigkeit der Familie im Mittelpunkt (Subsidiarität). Das muss auch und besonders bei der Kinderbetreuung gelten. Gerade für sehr kleine Kinder muss die individuelle Kinderbetreuung durch Tagesmütter und Leihomas wieder einen stärkeren Stellenwert erfahren (Subjektförderung). Und es muss akzeptiert werden, dass sich manche Mütter und Väter auch länger für ihre Kinder entscheiden, nicht nur die kurze Zeit der Karenz. Also Ziele, die wir bei der neuen Kinderbetreuungs-Offensive des Landes leider nicht gehört haben. Im Gegenteil: kostenlose Krippenbetreuung und weiterhin kostenpflichtige Tagesmütter werden fatale Auswirkungen haben. Wir stellen die Forderung, dass die Interessen des Kindes, das Kindeswohl, im Mittelpunkt stehen soll, nicht nur die Rufe der Wirtschaft nach mehr Arbeitskräfte. Wie wird sich eine 9 stündigen Fremdbetreuung für zweijährige Wickelkinder im Kindergarten auf das Kindeswohl auswirken? Wichtig sind auch Angebote, die es Familien ermöglichen ihre Aufgaben zu erfüllen, z.B. Elternbildung.“

Weiters heißt es vom Familienverband: "Damit auch weiterhin Familien die bestmögliche, flexible und liebevolle Kinderbetreuung bekommen, die genau an ihre Bedürfnisse angepasst ist, brauchen wir Sie!

  • Sie suchen eine sinnvolle Beschäftigung?
  • Sie verbringen gerne Zeit mit Kindern?
  • Sie sind mobil – ggf. mit Auto – und zeitlich flexibel?

Dann werden Sie Leihoma bzw. Leihopa beim Familienverband der Diözese St. Pölten! Unterstützen Sie Familien und erfahren Sie die Bereicherung neuer Beziehungen! Geben Sie Ihre Lebenserfahrung weiter!"

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