Abriss in der Linzerstraße bleibt ein Aufreger. Architekt Aichberger und Eigentümer informierten über neue Bauten in der Linzer Straße.

Von Beate Steiner. Erstellt am 29. März 2018 (12:21)
NOEN
Architekt Andreas Aichberger und Friedrich Hahn vor dem Wunderbaldinger-Haus in der Linzer Straße 26.

Das Architekturbüro Aichberger lud gemeinsam mit der Stadtplanung zum Rundgang durch die Linzer Straße. Andreas Aichberger brachte den rund 40 Teilnehmern den Grätzel-Sanierungsplan näher und präsentierte gemeinsam mit den Eigentümern geplante Bauvorhaben in St. Pöltens sanierungsbedürftiger Einfallsstraße zwischen Riemerplatz und Europaplatz näher.

Schon das zweite Objekt sorgte für Erregung unter den „Stadtspaziergängern“, von denen einige der Meinung sind, dass die Fassade des alten Pressehauses schützenswert ist und nicht abgerissen werden dürfe. Andere finden die geplante Fassade des Neubaus unpassend.

„Das Haus wurde nach einem Bombentreffer nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet und ist nicht denkmalgeschützt“, schaltete sich Bürgermeister Matthias Stadler ein. Zudem betonte er, dass es für die Linzer Straße 3-5 bereits seit längerer Zeit einen gültigen Baubescheid gebe, und „darauf müssen sich Bauherren verlassen können“. Architektin Christa Prantl ist der Ansicht, dass sich der Neubau durch seine dezente Fassadengestaltung harmonisch in das Profil der Linzer Straße einfügt.

„Mehrere Anfragen haben mich bestärkt, hier das Ortsbild nachhaltig zu verbessern.“ Steuerberater Friedrich Hahn saniert die Linzer Straße 26

Einziges fertiges Linzer-Straßen-Projekt ist der neue Eingang der Bühne im Hof. Das daneben liegende „Kohnhaus“ bleibt Sorgenkind der Stadt und Grätzel-Erneuerer, weil es – noch nicht – abgerissen werden darf, da Eigentümer und Nachbar im Rechts-Clinch liegen. „Das Verfahren ist nach wie vor nicht abgeschlossen und läuft noch. Die Behörde darf sich zu dem Verfahren nicht öffentlich äußern und muss die Rechte der Parteien wahren“, verwehrt Stadtbehörden-Leiter Martin Gutkas Auskunft auf NÖN-Anfrage.

Ein Lichtblick in der Linzer Straße ist das „Wunderbaldinger-Haus“. Steuerberater Friedrich Hahn wird das Gebäude sanieren, „und nicht abreißen, wie Medien berichteten“, so der Eigentümer. Hahn wird mit seiner Kanzlei einziehen, außerdem Wohnungen bauen und das Dachgeschoß sanieren: „Mehrere Anfragen haben mich bestärkt, hier das Ortsbild nachhaltig zu verbessern“, erklärt Friedrich Hahn.

Schräg gegenüber werden
26 Wohnungen entstehen. Architekt Robert Gallner präsentierte erste Pläne des viergeschoßigen Objekts, das mit gewerblichen Flächen im Erdgeschoß und einer Tiefgarageneinfahrt in der Promenade das Linzer Tor verändern wird.