Absolutes Rauchverbot: Ausgedampft in Shisha-Bars. Gastronomen hoffen noch auf Ausnahmen, Gäste können sich damit anfreunden.

Von Sofie Kalteis. Erstellt am 09. Juli 2019 (04:01)
NOEN, dpa/Peter Steffen
Symbolbild

Die heimische Gastronomie ist ab November rauchfrei – das hat der Nationalrat beschlossen. Verboten ist dann auch das Rauchen von
E-Zigaretten und Shishas im Inneren der Lokale, wodurch so manche Wasserpfeifen-Bar in ihrer Existenz gefährdet ist. Denn wenn sich nicht wie in den anderen Staaten der EU eine Ausnahmeregelung findet, könnte auch in St. Pöltens Shisha-Bars bald die letzte Wasserpfeife geraucht und der süßfruchtige Duft verschwunden sein. Keine großen Sorgen wegen dieser neuen Regelung macht sich Florian Zizlavsky, Besitzer des „Café Central“ am Rathausplatz. Er sieht sein Lokal als eine der beliebtesten Shisha-Bars in ganz
St. Pölten und seit 14 Jahren Jugendtreffpunkt Nummer Eins in der Stadt. Dieser trage auch zur Sozialisierung der Jugend bei. „Wenn die Jugendlichen bei mir sitzen, und eine Shisha in der Mitte des Tisches steht, liegt das Handy meistens außer Reichweite“, erzählt er.

Sofie Kalteis
Florian Zizlavsky, Besitzer des Cafés Central, zeigt seine beiden neuen Shishas.

Florian Zizlavsky hat sich bereits Lösungen überlegt, falls seine Gäste im Innenbereich keine Shishas mehr rauchen dürfen: „Ich versuche, so lange wie möglich den Gartenbetrieb aufrecht zu erhalten. In den Wintermonaten kann man sich dann mit Heizstrahlern helfen“, erklärt der Café-Central-Gastronom. Doch er sehe im Rauchverbot auch einen Vorteil gegenüber seiner Konkurrenz. Denn sein Lokal sei die einzige Shisha-Bar in St. Pölten, die eine rentable Zahl an Sitzmöglichkeiten auch im Außenbereich anbieten kann.

  „Ich werde den Gastgarten so lange wie möglich in Betrieb halten.“ Florian Zizlavsky, Café Central

  

umgebaut.
Derya Özmen hat ihr Café Istanbul – Ehli Keyf voriges Jahr großzügig umgebaut.

Nicht ganz so optimistisch blickt Derya Özmen vom Ehli Keyf in die Zukunft. „Wir warten einmal ab, was wirklich passiert“, hofft die Lokalbesitzerin auf Ausnahmeregeln für Shisha-Raucher. Sollten die Wasserpfeifen in Österreichs Bars verschwinden, wird das Ehli Keyf wohl zur normalen Kaffee-Bar: „Wir sind ja auch eine Kaffee- und Cocktailbar“, so Özmen, die das Café Istanbul – Ehli Keyf seit acht Jahren betreibt.

 Viele Gäste plädieren für Rauchverbot

 Die Gäste in den Bars können einem absoluten Rauchverbot doch einiges abgewinnen, hat die NÖN in einer kurzen Umfrage in Rathausplatz-Lokalen in Erfahrung gebracht: Auch wenn sich Florim selbst gerne eine Zigarette anzündet, plädiert er für ein Rauchverbot ohne Ausnahmen, „denn so werden Gruppen geschützt, die nicht zu Zigaretten greifen sollten.“ Viele seiner Freunde seien der Ansicht, dass mit dem neuen Gesetz Jugendlichen der Zugriff zu Zigaretten erschwert wird und der Trend zum Rauchen zurückgeht. Die negativen Aspekte eines Verbots stören Maria: ,,Man sollte die Menschen nicht bevormunden, jeder soll selbst für sich entscheiden dürfen, ob er sich eine Zigarette während des Essens oder Trinkens anzünden möchte oder nicht. Ich habe kein Problem damit, obwohl ich selbst keine Raucherin bin.“

Ganz strikte Ansichten hat Klaus: „Das Rauchverbot gehört eingesetzt, schon alleine wegen des Mitarbeiterschutzes muss da etwas passieren.“ Auch das Rauchen im Außenbereich der Lokale sei fragwürdig, weil Anrainer vermehrt durch den Rauch und Lärm belästigt werden. Außerdem sei es nicht zu argumentieren, wenn es eine Ausnahme für Shisha-Bars gibt, aber nicht für Diskotheken oder „normale“ Bars, wie das mittlerweile österreichweit von über 700 Gastronomen gefordert wird.

Umfrage beendet

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